Angriffe auf LSU-Mitglieder whrend Berliner CSD
3 mins read

Angriffe auf LSU-Mitglieder whrend Berliner CSD

Zwei Mitglieder des Berliner Landesverbands der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) sind auf dem Christopher Street Day am Samstag angegriffen worden. Der queerpolitischen Sprecherin der Berliner CDU Fraktion, Lisa Knack, wurde ins Gesicht gespuckt, einem weiteren LSU-Mitglied mit dem Vornamen Alex wurde mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wie der LSU-Landesvorsitzende Ren Powilleit der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte.

Man sei es ehrlicherweise schon gewohnt, dass der Truck, wie auch in diesem Jahr, mit Flaschen und Dosen beworfen werde, sagte Powilleit. Er betonte aber: «Das war eine neue Dimension, die wir so bisher nicht beim CSD gekannt und erlebt haben und auf das Schrfste verurteilen.» Beide Betroffenen htten sich zur Zeit des Angriffs neben dem Truck aufgehalten. Wer genau die Tter seien, wisse man zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Viele der LSU-Mitglieder seien fr den Rest der Demo angespannt gewesen.

Knack sagte dem «Tagesspiegel», sie sei von einer Person angespuckt geworden. «Aber das waren wenige Einzelflle, die einer Vielzahl von konstruktiven Gesprchen gegenberstanden». Die andere angegriffene Person habe einen groen Bluterguss im Gesicht erhalten, ihr gehe es aber den Umstnden entsprechend gut, so Powilleit gegenber der Zeitung. Der dpa sagte er, der Angegriffene wolle Anzeige erstellen und er selbst habe die Tat an das Community-Antigewalt-Projekt Maneo gemeldet: «Gewalt darf kein Mittel der Auseinandersetzung sein.»

Kai Wegner und CSD verurteilen Angriffe

Berlins Regierender Brgermeister Kai Wegner (CDU) fuhr fr einen Teil der Strecke auf dem Wagen mit, allerdings erst nach dem Angriff, sagte Powilleit. Auf dpa-Anfrage teilte Wegner mit: «Ich verurteile die Angriffe auf die Mitglieder der LSU whrend des CSD aufs Schrfste.» Gewalt drfe nie ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein. «Der CSD ist doch gerade eine politische Demonstration fr Vielfalt, gegenseitigen Respekt und Toleranz. Wer Hass, Hetze und Gewalt anwendet, tritt auch die Werte des CSD mit Fen.»

Der CSD verurteilte die Angriffe in einer Stellungnahme auf Instagram. «Unsere Solidaritt gilt den Betroffenen!» Sachliche Kritik an der CDU sei berechtigt. «Gleichzeitig erkennen wir queere Strukturen innerhalb von Parteien und Unternehmen an, die sich oft gegen groe Widerstnde fr unsere Rechte stark machen.»

A post shared by CSD Berlin | Berlin PRIDE (@csd.berlin.pride)

«Meine vollste Solidaritt gilt allen Mitgliedern der LSU, die gestern Gewalt erfahren haben», betonte auch Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano (SPD) in sozialen Netzwerken. «Das, was gestern passiert ist, ist inakzeptabel!!! Und es darf sich nicht wiederholen. Demokrat*innen reden miteinander. Sie streiten miteinander. Aber sie wenden nie Gewalt an! «

Wir sind alle sauer auf Julia Klckner und Friedrich Merz. Und wenn ich sage alle, dann meine ich auch die Mitglieder…

Im Zusammenhang mit dem CSD wurden nach Angaben der Berliner Polizei insgesamt 84 Strafermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem auch wegen Krperverletzung. Zu den Angriffen auf die LSU-Mitglieder konnte eine Sprecherin gegenber der dpa zunchst keine Angaben machen. An der Demo unter dem Motto «Nie wieder still» hatten mehrere Hunderttausend Menschen, 81 Wagen sowie 79 Fugruppen teilgenommen (queer.de berichtete). (dpa/cw)