Aufregung um Regenbogenkleidung­: FDP-Vorstandsmitglied zieht die Nazi-Karte
Am Donnerstag haben Abgeordnete von Grnen und Linken bei einer Debatte ber queerfeindliche Hasskriminalitt mit Regenbogenkleidung ein Zeichen gesetzt. Damit reagierten die Fraktion auf das von Bundestagsprsidentin Julia Klckner (CDU) ausgesprochene Verbot, die Regenbogenfahne zum CSD Berlin zu hissen. Die Aktion fhrte in sozialen Netzwerken zu einem groen Widerhall es gab sowohl Lob als auch scharfe Ablehnung.
Besonders verrgert zeigte sich das FDP-Vorstandsmitglied Linda Teuteberg, die ehemalige Generalsekretrin der Liberalen. Sie postete auf X zu einem Bild mit den bunten grnen Abgeordneten: «Geschichtsvergessenheit, die sich selbstgerecht fr progressiv hlt. Das Plenum des Parlaments ist der Raum fr Auseinandersetzung mit dem Wort, keine Bhne & Litfasule fr Aktivisten. Verbot von Uniformierung, Schildern u.. ist Ausdruck einer Lehre aus unserer Geschichte.»
Geschichtsvergessenheit, die sich selbstgerecht fr progressiv hlt.
Das Plenum des Parlaments ist der Raum fr Auseinandersetzung mit dem Wort, keine Bhne & Litfasule fr Aktivisten. Verbot von Uniformierung, Schildern u.. ist Ausdruck einer Lehre aus unserer Geschichte. pic.twitter.com/d5NfU9AL1l
Spter konkretisierte sie, dass sie auf die Nationalsozialisten anspiele: «Demonstrations- & Uniformierungsverbot sind Lehren daraus, wie die Nazis das Parlament diskreditiert haben. Im Plenarsaal streitet man mit Worten, nicht mit Optik.» Diese Regeln dienten «der Wrde des Hauses».
«Ich sehe weder Uniformen noch Schilder»
Diese Aussage traf auf scharfe Kritik: «Wenn alle etwas anderes anhaben, ist es keine Uniformierung, liebe Frau Teuteberg!», schrieb ein Nutzer. Kathrin Vogler, die frhere queerpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, reagierte mit den Worten: «Ich sehe weder Uniformen noch Schilder. Und mit der Geschichte sollte sich zunchst mal die FDP auseinandersetzen. Mit ihrer eigenen.»
Trans Journalistin Georgine Kellermann sieht den wahren Grund fr Teutebergs uerung woanders: «Aus Ihrem Tweet spricht der Frust ber Ihre zunehmende Bedeutungslosigkeit. Ich glaube sehr, dass die Politik in Deutschland eine liberale Partei braucht. Ich kenne freie Demokraten, denen ich vertraue. Sie gehren nicht dazu.»
Aus Ihrem Tweet spricht der Frust ber Ihre zunehmende Bedeutungslosigkeit. Ich glaube sehr, dass die Politik in Deutschland eine liberale Partei braucht. Ich kenne freie Demokraten, denen ich vertraue. Sie gehren nicht dazu.
Rechte Medien versuchten, die Aktion als kindisch darzustellen: «Kindergarten im Deutschen Bundestag!», titelte etwa das Portal «Nius». Auf der X-Seite des Portals schossen dann viele Nutzer*innen auf die beteiligten Bundestagsabgeordneten. Einer schrieb etwa: «Kranke Menschen im Bundestag. Unheilbar», eine andere: «Den wohlstandverwhnten Mitgliedern ist immer noch nicht klar, wo es in Deutschland brennt!!!!»
Freude bei Grnen und Linken
Bei Grnen und Linken wurde die Aktion hingegen gefeiert. «Dieses Jahr weht die Pride-Flagge AUF dem Bundestag nicht? Das lassen wir nicht unkommentiert», schrieben die Grnen in ihren offiziellen Kanlen in sozialen Medien. «Queeres Leben braucht Sichtbarkeit, Schutz & Sicherheit. An jedem anderen Tag im Jahr. Dafr setzen wir uns ein.» Dazu posteten sie ein Bild mit der Aufschrift: «Klckner verbietet Flagge. Wir zeigen Flagge.»
Dieses Jahr weht die Pride-Flagge AUF dem Bundestag nicht? Das lassen wir nicht unkommentiert.
Queeres Leben braucht Sichtbarkeit, Schutz & Sicherheit. An jedem anderen Tag im Jahr. Dafr setzen wir uns ein. pic.twitter.com/7sewaQ8zMn
Der Linken-Abgeordnete Luigi Pantisano erklrte stolz: «Der Regenbogen lsst sich nicht verbieten! Wenn Frau Klckner die Regenbogenflagge auf dem Bundestag verbietet, dann frben wir das ganz Land bunt.» (dk)
Der Regenbogen lsst sich nicht verbieten! Wenn Frau Klckner die Regenbogenflagge auf dem Bundestag verbietet, dann…
