Berlin: Das SchwuZ hat Insolvenz angemeldet
Schock in Berlins queerer Community: Das SchwuZ in der ehemaligen Kindl-Brauerei im Bezirk Neuklln hat Insolvenz angemeldet. Das teilte Deutschlands ltester LGBTI-Club und grte queere Kulturinstitution am Donnerstag selbst auf Instagram mit. Der Clubbetrieb soll vorerst bis zur voraussichtlichen Erffnung des Insolvenzverfahrens im Oktober weitergehen.
«Die wirtschaftliche Lage ist noch ernster als gedacht», heit es in dem Instagram-Post. «Wir hatten versucht gegenzusteuern: Durch Vernderung von Strukturen und des Programms und schmerzhafte Trennung von Mitarbeitenden.» Das alles habe jedoch nicht gereicht.
«Jetzt zhlt jede*r»
Das Insolvenzverfahren verschaffe dem SchwuZ nun etwas Zeit. «Ein paar wenige Wochen, um zu prfen: Gibt es einen Weg in die Zukunft? Gemeinsam mit euch?». Berlins queere Community sei nun gefordert: «Zeig, dass das SchwuZ gebraucht wird: Komm vorbei. Tanz. Feiere! Gemeinsam knnen wir bewirken, dass es weitergehen kann.»
«Jetzt zhlt jede*r», heit es in dem Aufruf. Seit fast 50 Jahren sei das SchwuZ «nicht einfach nur ein Club. Es ist ein zweites Wohnzimmer. Ein Ort fr queere Kunst, Community, Familie, Widerstand. Hier haben viele von uns gefunden, wonach wir gesucht haben: ein Zuhause, unsere Wahlfamilie und Freiheit.»
Die Krise begann 2024
Das Berliner SchwuZ wurde 1977 als «SchwulenZentrum» gegrndet. Heute richtet sich das Angebot an die gesamte queere Community. Die Krise begann bereits im vergangenen Jahr und wird von der Geschftsfhrung u.a. mit einem vernderten Ausgehverhalten, der Inflation und einem lter werdenden Stammpublikum begrndet. Bereits im Mai wurde einem Drittel der Belegschaft aus damals rund 100 Beschftigten gekndigt (queer.de berichtete). (cw)
Links zum Thema:
Homepage des SchwuZ
Das SchwuZ auf Instagram

