Berlin: Senatorin untersttzt CSD gegen Neonazis
Parallel zu einem Stadtteil-CSD am Samstag in Berlin-Marzahn ist auch eine Gegendemonstration von rechtsextremer Seite angemeldet. Nun hat die Berliner Sozialsenatorin der Pride-Demo ihre Untersttzung zugesichert. «Wenn ihr angegriffen werdet, tun wir alles, was in unserer Macht steht, um euch beizustehen», laute ihre Botschaft an die queere Community, kndigte Senatorin Cansel Kiziltepe (SPD) an.
Sie ergnzte: «Mit groer Sorge sehe ich, wie die bunte ‚Pride Parade‘ in Marzahn von Neonazis gestrt werden soll. Das darf nicht passieren.» Am Samstag ist ab 12.15 Uhr der sechste Marzahn Pride ab der Mrkischen Allee und Allee der Kosmonauten geplant, dessen Demo in einem Straenfest am Victor-Klemperer-Platz endet. Dort ist unter anderem auch eine Rede von Kiziltepe geplant. Angekndigt sind 1.000 Teilnehmende.
«Gegen Identittsverwirrung und Genderpropaganda»
Zeitgleich zum Pride wurde bei der Polizei eine Demonstration mit dem Titel «Gegen Identittsverwirrung und Genderpropaganda» mit 300 Teilnehmenden angemeldet. Unter diesem Motto gab es schon eine groe Neonazi-Demonstration gegen den CSD im schsischen Bautzen.
Ob die rechtsextreme Berliner Demonstration am angemeldeten Ort stattfinden knne und wie die Polizei sich vorbereite, sei noch unklar, sagte eine Polizeisprecherin. Die Einsatzbesprechungen liefen noch.
Nach einem Bericht des «Tagesspiegels» soll die Neonazi-Gruppe «Deutsche Jugend voran» (DJV) die Gegendemonstration geplant haben. Sie war schon frher mit versuchten Strungen bei CSDs aufgefallen, etwa in Oranienburg (queer.de berichtete).
Der CSD Marzahn steht bereits seit Jahren im Visier von Rechtsextremen: Bereits 2020 protestierte etwa der Berliner Abgeordnete Gunnar Lindemann gegen den Pride und bezeichnete ihn als «antirussischen Rassismus» (queer.de berichtete). Hintergrund ist, dass der CSD vom russischsprachigen LGBTQ+-Verein Quarteera organisiert wird, der sich fr die Sichtbarkeit und Rechte queerer Menschen mit Migrationsgeschichte einsetzt. Im Ortsteil Marzahn leben viele russische Migrant*innen.
CSDs werden derzeit immer mehr zur Zielscheibe von Rechtsextremen. Wegen Bedrohungen gab es zuletzt sogar eine Absage in Regensburg dort findet aus Sorge vor gewaltttigen bergriffen nur noch eine kleinere Demo statt (queer.de berichtete). Zudem macht nicht nur die rechtsextreme AfD Stimmung gegen CSDs, sondern auch die CDU: Bundestagsprsidentin Julia Klckner hat zuletzt sogar Bundestags-Mitarbeitenden verboten, wie in den letzten Jahren in einer eigenen Gruppe beim CSD in Berlin mitzumarschieren (queer.de berichtete). Das fhrte zu scharfer Kritik selbst innerhalb der Regierungskoalition (queer.de berichtete). (dpa/cw)
Links zum Thema:
Webseite des Marzahn Pride
