Bettina Bttinger: Alice Weidel lebt eine Lge
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Bettina Bttinger: Alice Weidel lebt eine Lge

Die langjhrige Talkshow-Moderatorin Bettina Bttinger (68) hlt die mit einer Frau liierte AfD-Chefin Alice Weidel (46) fr einen geschickten Schachzug der Partei. «Die AfD braucht Protagonistinnen wie sie, weil sie so durchsetzungsstark ist und gut ankommt in der ffentlichkeit», sagte Bttinger (frher «Klner Treff», «B. trifft .») dem «Stern» (Bezahlartikel). «Und doch lebt Alice Weidel eine Lge, weil sie sich vormacht, dass sie in ihrer Partei und bei den Whlern vorbehaltlos akzeptiert wird.»

Weidel widerspreche «dem 50er-Jahre-Tradwife-Ideal der heterosexuellen Gattin und Hausfrau», meint Bttinger. «Das ist geschickt: Die AfD bedient zwei Frauenbilder beide macht sie vermittelbar.»

Sie finde es ohnehin «erstaunlich», sagte Bttinger, «dass die Frauen, die in Europa die Rechte verkrpern, alle nicht das Leben fhren, das ihre Parteien fr Frauen vorsehen». «Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni hat ein uneheliches Kind und ihren Mann rausgeworfen, als er sie betrogen hat. Die franzsische Politikerin Marine Le Pen ist zweimal geschieden und lebt jetzt allein.»

Viele jetzige Kabinettsmitglieder waren gegen Ehe fr alle

ber die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) sagt Bttinger: «Was queere Politik anbelangt, sehe ich die Regierung sehr kritisch. Mich strt, wie viele jetzige Kabinettsmitglieder 2017 gegen die Ehe fr alle gestimmt haben: Landwirtschaftsminister Alois Rainer, Forschungsministerin Dorothee Br, Innenminister Alexander Dobrindt, Verkehrsminister Patrick Schnieder, der Kanzleramtschef Thorsten Frei.»

Bttinger wurde 1996 von Harald Schmidt ungefragt in dessen Sendung geoutet. «Das war ein hchst aggressiver Akt.» Ihr Vater habe aus dem Fernsehen von ihrem Lesbischsein erfahren. «Wie kann man nicht bedenken, dass ffentliche Hme private Folgen hat?», sagte Bttinger dem «Stern».

«Ich benutze auch lieber den Ausdruck lesbisch als queer»

In der Selbstbezeichnung scheut Bttinger wie Weidel das Wort «queer»: «Auch Jens Spahn sagt: ‚Ich bin nicht queer, ich bin schwul.‘ bersetzt bedeutet das: Ich habe mit der politischen Bewegung fr gleiche Rechte nichts am Hut, von der Community halte ich mich fern. Beide wollen signalisieren: Eigentlich sind wir normal und harmlos als homosexuelle Persnlichkeit.» Das sei eine Art vermeintlicher Selbstschutz, meint Bttinger, «der ein wenig verlogen ist». «Aber das ist ihre Entscheidung.»

Sie benutze «auch lieber den Ausdruck ‚lesbisch‘ als ‚queer'», sagte Bttinger: «‚Queer‘ klingt modern und offensiv. Es beinhaltet aber die Gefahr, dass die Frauen mal wieder eine Minderheit sind und untergehen, weil Mnner auch in der queeren Bewegung sehr durchsetzungsfhig sind, manchmal etwas durchsetzungsfhiger als die Frauen. Deswegen sage ich am liebsten: Ich bin eine lesbische Frau und gehre zur queeren Community.» (cw/dpa)