«Beunruhigender Rckschritt»: Berlin will offenbar LGBTI-Themen aus Bildungsprogramm streichen
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«Beunruhigender Rckschritt»: Berlin will offenbar LGBTI-Themen aus Bildungsprogramm streichen

Der LSVD+-Landesverband Berlin-Brandenburg zeigt sich besorgt ber Hinweise, dass queere Perspektiven im Zuge der laufenden berarbeitung des Berliner Bildungsprogramms (BBP) fr Kitas und Kindertagespflege knftig deutlich weniger oder gar nicht mehr bercksichtigt werden knnten. Laut Informationen des Verbandes seien zentrale Fachstellen aus dem Bereich Antidiskriminierung und queere Bildung bislang nicht systematisch in das aktuelle Praxisbeteiligungsverfahren einbezogen. Auch im bisher bekannten Entwurfsstand finden sich offenbar keine konkreten Aussagen zur Vielfalt geschlechtlicher Identitten oder zur Lebensrealitt von Regenbogenfamilien. Damit wrden bestehende pdagogische Standards und gesetzliche Vorgaben wie das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz unterlaufen.

«Wir erleben aktuell einen beunruhigenden Rckschritt. Wenn queere Lebensrealitten aus dem Bildungsplan verschwinden, gefhrdet das nicht nur die Qualitt frhkindlicher Bildung, sondern auch das Recht aller Kinder, sich anerkannt und sicher zu fhlen», erklrte LSVD+-LandesgeschftsfhrerFlorian Winkler-Schwarz. «Die Senatsverwaltung muss queere Perspektiven verbindlich im Bildungsplan verankern und queere Fachorganisationen jetzt in die weitere berarbeitung einbeziehen.»

«Klare Verschlechterung gegenber dem bisherigen Bildungsplan»

Der bisherige Berliner Bildungsplan von 2014 sei in dieser Hinsicht deutlich weiter gewesen. Er benennt ausdrcklich die Untersttzung von Kindern in ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identittsentwicklung, macht Vielfalt von Familienformen sichtbar und fordert pdagogisches Handeln gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identitt. «Wer diese Standards jetzt streicht oder verwssert, handelt pdagogisch rckwrtsgewandt und politisch gefhrlich», so Winkler-Schwarz. «Der neue Entwurf ist in seiner aktuellen Fassung nicht nur unvollstndig er stellt eine klare Verschlechterung gegenber dem bisherigen Bildungsplan dar.»

Der queere Verband appelliert daher an die Verantwortlichen, die Charta der Vielfalt ernst zu nehmen und den Anspruch auf chancengerechte Bildung fr alle Kinder umzusetzen. Pdagogische Qualitt und Bildungsfairness lieen sich nur verwirklichen, wenn alle Kinder sich und ihre Familien im Bildungssystem wiederfinden.

Zuletzt geriet Berlins Bildungssenatorin Katharina Gnther-Wnsch (CDU) in die Kritik, weil sie sich nicht zu einem Fall von Mobbing gegen einen schwulen Lehrer uern wollte (queer.de berichtete). (pm/cw)