Britische Erzbischfin hielt Partnerin jahrelang geheim
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Britische Erzbischfin hielt Partnerin jahrelang geheim

Mit der Ernennung zur ersten Erzbischfin von Wales hat Cherry Vann Geschichte geschrieben (queer.de berichtete). Der Weg dahin war fr die jetzt 66-Jhrige als lesbische Frau aber enorm schwer, wie Vann in einem Interview des britischen «Guardian» sagte. Whrend ihrer Zeit in der Kirche von England, die frher homo­sexuellen Geistlichen Keuschheit anders als heterosexuellen auferlegt hatte, habe sie die Beziehung zu ihrer Partnerin Wendy Diamond jahrelang geheim gehalten.

Angst vor Outing

«Weil ich Angst hatte, eines Morgens aufzuwachen und mich auf der Titelseite einer Zeitung geoutet zu sehen», sagte Vann. «Heute ist Wendy berall mit dabei, und wenn ich Gottesdienste halte, ist das ganz normal.» In der Kirche von Wales, die wie die Kirche von England zur anglikanischen Gemeinschaft gehrt und fr die Vann seit 2020 ttig ist, sind gleich­geschlechtliche Partnerschaften erlaubt, ohne dass gleichzeitig das Zlibat verlangt wird also der Verzicht auf sexuelle Enthaltsamkeit.

Allein eine Frau in der Kirche zu sein, sei schon schwer gewesen. Die sexuelle Orientierung lasse sich bis zu einem gewissen Grad verstecken, sagte Vann. «Aber man kann nicht verstecken, dass man eine Frau ist. Es gab viele Gemeinheiten, die Mnner waren wtend, sie fhlten sich verraten.» Laut «Guardian» sind Vann und Diamond seit 30 Jahren in einer Beziehung.

Die Ernennung der in Leicester geborenen Vann war in der vergangenen Woche bekanntgegeben worden. Sie ist die 15. Person in dieser Rolle und nicht nur die erste Frau in der gesamten britischen Kirche auf diesem Posten, sondern auch die erste offen homosexuelle Person. Der Nachrichtenagentur PA zufolge war sie 1989 zur Diakonin ordiniert worden und gehrte 1994 zu den ersten Frauen, die in der Kirche von England zur Priesterin geweiht wurden. (dpa/cw)