Budapest: Keine Ermittlungen gegen Pride-Teilnehmer*­innen
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Budapest: Keine Ermittlungen gegen Pride-Teilnehmer*­innen

Die Budapester Polizei leitet keine Ermittlungen gegen die Teilnehmer*­innen der Pride-Demonstration in Ungarns Hauptstadt vom 28. Juni ein. Das teilte das zustndige Polizeiprsidium berraschend mit.

Oppositions-Politiker*­innen hatten befrchtet, dass massenhaft Bugelder verhngt werden, weil die Versammlung auf Betreiben der Regierung offiziell verboten war. Die Regierung hatte im Vorfeld damit gedroht, die Teilnehmer*­innen mit Hilfe von Gesichtserkennungs-Software zu identifizieren.

Polizei: Brger*innen wurden verunsichert

Zur Begrndung, dass auf Ermittlungen verzichtet wird, teilte die Budapester Polizei mit, die Organisator*innen htten die Brger*innen hinsichtlich der Rechtslage verunsichert. Darunter war auch Brgermeister Gergely Karacsony. Der links-grn-liberale Politiker hatte die CSD-Parade zu einer offiziellen Feier der Stadt Budapest erklrt, um das Verbot zu umgehen (queer.de berichtete). Nach ungarischem Recht fallen kommunale und staatliche Feiern nicht unter das Versammlungsgesetz.

Seit vier Tagen laufen gegen Karacsony polizeiliche Ermittlungen. Laut Gesetz drohen Veranstalter*innen verbotener Demonstrationen bis zu ein Jahr Haft.

Trotz Verbot eine Rekordbeteiligung

Der rechtspopulistische Ministerprsident Viktor Orban hatte im Zuge einer queerfeindlichen Kampagne Gesetze und die Verfassung gendert und auf dieser Grundlage ein polizeiliches Verbot der Veranstaltung erwirkt. Die Teilnahme an verbotenen Veranstaltungen gilt als Ordnungswidrigkeit und kann mit Bugeldern von bis zu 500 Euro bestraft werden.

Trotz des Verbots waren so viele Menschen wie noch nie bei der diesjhrigen Budapester Pride-Parade: Die Veranstalter*innen sprachen von mehr als 200.000 Teilnehmer*innen (queer.de berichtete). Dies bewerten Beobachter*innen als Dmpfer fr den machtbewussten Regierungschef Orban. Er selbst uerte sich danach «berrascht», dass das Thema Pride trotz des Verbots immer noch nicht vom Tisch sei. In einem TV-Interview bezeichnete Orban die Pride-Demonstration als «eine Schande» (queer.de berichtete).

Ermittlungen gegen junge Aktivistin

Vor der Ankndigung der Polizei waren in Ungarn erste Ermittlungen gegen CSD-Teilnehmer*innen bekannt geworden. So verffentlichte die bekannte Aktivistin Lili Pankotai auf ihrer Facebook-Seite ein entsprechendes Schreiben der Polizei. Pankotai hatte dort zuvor ein Foto hochgeladen, das sie auf der Budapester Pride-Demonstration zeigt. Eine Person zeigte sie deshalb an.

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Die ungarische Europaabgeordnete Klra Dobrev erstattete nach ihrer CSD-Teilnahme Anzeige gegen sich selbst. «Als Politikerin habe ich mehr Optionen, deshalb habe ich eine grere Verantwortung, die Pride-Teilnehmenden zu schtzen», schrieb die sozialdemokratische Oppositionspolitikerin auf Facebook. «Deshalb habe ich mich gestellt und freue mich auf die Debatte oder das Verfahren.» (cw/dpa)

Tisztelt Rend?rsg! Felel?s llampolgrknt szeretnm megkmlni nket rengeteg felesleges munktl. Ezton…