Burkina Faso verabschiedet Gesetz zum Verbot von Homosexualitt
Das von einer Junta regierte Burkina Faso hat ein Gesetz zum Verbot von Homosexualitt verabschiedet. Das einstimmig vom nicht gewhlten bergangsparlament verabschiedete Gesetz sieht nach Angaben von Justizminister Edasso Rodrigue Bayala Haftstrafen zwischen zwei und fnf Jahren sowie Geldstrafen vor. Mit dem Schritt reiht sich das westafrikanische Land in eine Reihe afrikanischer Staaten ein, die Gesetze gegen Homosexuelle verabschiedet haben.
«Wenn eine Person homosexuelle oder hnliche Praktiken ausbt, all dieses bizarre Verhalten, wird sie vor einen Richter gestellt», sagte der Minister im Staatssender RTB. Bei Auslnder*innen sehe das Gesetz die Abschiebung vor.
Bevlkerung gilt als sehr queerfeindlich
Die ehemalige franzsische Kolonie mit rund 24 Millionen Einwohner*innen hatte zuvor noch nie Homosexualitt offiziell unter Strafe gestellt, allerdings gilt die mehrheitlich muslimische Bevlkerung als uerst queerfeindlich. Laut einer Umfrage des Afrobarometer aus dem Jahr 2023 wrden nur elf Prozent der Bevlkerung einen homosexuellen Nachbarn akzeptieren.
Das Militr hatte 2022 mit zwei Putschen die gewhlte Regierung abgelst. Die neuen Machthaber nherten sich zuletzt der queerfeindlichen Diktatur Russland an. Groe Teile des Landes stehen zudem unter Kontrolle von Dschihadisten, die den Terrororganisationen Islamischer Staat oder al-Kaida angehren.
Homosexualitt in rund 30 afrikanischen Lndern illegal
In den letzten Jahren haben mehrere afrikanische Lnder die Verfolgung von Homosexualitt verstrkt. Mali, das mit Burkina Faso verbndet ist und ebenfalls von einer Junta regiert wird, hatte im vergangenen November ein Gesetz verabschiedet, das Homosexualitt unter Strafe stellt (queer.de berichtete). Uganda fhrte im Mai 2023 sogar die Todesstrafe fr «schwere Homosexualitt» ein (queer.de berichtete). Im Januar 2024 warnte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International davor, dass sich die Menschenrechtslage fr queere Personen auf dem Kontinent dramatisch verschlechtert habe (queer.de berichtete). Insgesamt ist Homosexualitt in rund 30 afrikanischen Lndern illegal.
Es gibt allerdings vereinzelt auch positive Entwicklungen: So erklrte das Verfassungsgericht von Namibia das Verbot von Homosexualitt im Juni 2024 fr verfassungwidrig (queer.de berichtete). Jedoch versuchte die homophobe Regierung im Anschluss, die rechtliche Lage von Schwulen und Lesben durch ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe wieder zu erschweren (queer.de berichtete). (cw/AFP)
