Buttersure-Anschlag bei CSD: Zwei rechtsextreme Kommunalpolitiker mssen Strafe zahlen
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Buttersure-Anschlag bei CSD: Zwei rechtsextreme Kommunalpolitiker mssen Strafe zahlen

Im vergangenen September sorgte der CSD Dbeln im Landkreis Mittelsachsen fr bundesweite Schlagzeilen: 650 CSD-Teilnehmende unter dem Motto «Bunte Flaggen gegen braune Politik»demonstrierten, ihnen standen 180 Rechtsextreme gegenber. Zudem war im Vorfeld Buttersure auf der CSD-Strecke versprht worden (queer.de berichtete). Die bel riechende Flssigkeit fhrte bei tausenden Bewohner*­innen der 22.000 Einwohner*­innen zhlenden Stadt zu einer Geruchsbelstigung ber mehrere Tage, zudem kann die aggressive Substanz gesundheitliche Schden wie Hautvertzungen hervorrufen. Die Tat verursachte auch Kosten fr die Allgemeinheit: Allein fr die Reinigung eines nahe gelegenen Spielplatzes musste die Stadt damals rund 500 Euro aufwenden.

Jetzt sind zwei Mnner fr die Attacke rechtskrftig bestraft worden, berichtet die «Freie Presse» (Bezahlartikel): Dabei handelt es sich laut dem Bericht um den Dbelner Stadtrat Stefan Trautmann von der rechtsextremen Kleinpartei Freie Sachsen sowie einen Kommunalpolitiker aus der mittelschsischen Region Rochlitz, der fr die AfD in einem Gemeinderat sitze.

Beide hatten Strafbefehle in unbekannter Hhe erhalten, gegen die sie zunchst Einspruch eingelegt hatten. Spter zogen sie aber diesen Einspruch zurck, mutmalich um einen Prozess zu vermeiden. Die Hauptverhandlung gegen den AfD-Politiker war eigentlich fr den Donnerstag angesetzt gewesen. Damit sind diese Strafen rechtskrftig.

Polizei erwischte Trautmann

Laut der «Schsischen Zeitung» (Bezahlartikel) sei Trautmann im vergangenen September von der Polizei kontrolliert worden. Die Beamt*innen htten Buttersure-Gestank in seinem Auto gerochen und eins und eins zusammengezhlt. Trautmann hatte auch die Demo gegen den CSD angemeldet.

Der Rechtsextremist ist nach Angaben der «Dresdner Neuesten Nachrichten» mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte auf einer Nazi-Demo 2015, aber auch wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls, versuchtem und vollendeten Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, vorstzlicher Krperverletzung, unerlaubten Waffenbesitzes und Sachbeschdigung.

Bereits 2023, als es ebenfalls Gegenproteste und einen Buttersure-Anschlag gab, hatte der «heimliche Luftverpester» («Dresdner Neueste Nachrichten») gegen den CSD polemisiert. Damals schrieb er auf Facebook: «Immer aggressiver und totalitrer dringt Multikulti-, Homosexuellen- und Genderpropaganda wie ein Gift in die Gesellschaft ein und fhrt einen Krieg gegen die biologische Familie europischer Herkunft.»

Auch dieses Jahr soll es in Dbeln wieder einen CSD geben, dieses Mal am 20. September. «Whrend rechte Hetze und queerfeindliche Gewalt zunehmen, stellen wir uns queer, denn wir haben es satt!», teilten die Organisator*innen von «Queeres Dbeln» mit. (cw)

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