Das sind Europas queerfreundlichste Stdte laut TUI
Mit wachsendem Anteil von Menschen, die offen queer leben, hat sich TUI zum dritten Mal die Frage gestellt, welche europischen Urlaubsziele sich am besten fr queere Menschen eignen. Mittlerweile ist Deutschland schlielich auf Platz 2 mit 12 Prozent der Bevlkerung, die sich laut einer Ipsos-Studie als queer identifizieren. Lediglich die Niederlande ist mit 17 Prozent davor. Belgien, Spanien und Schweden teilen sich den nchsten Platz mit 11 Prozent.
Hauptkriterium fr das «TUI LGBTQIA+ Travel Ranking» war dabei vor allem die Sicherheit. Das ist wichtig. Denn obwohl viel mehr Menschen zu ihren queeren Identitten stehen und auch mehr ffentlicher Raum fr queere Belange generiert werden konnte, gibt es weiterhin zu viele queerfeindliche Straftaten. So sind in den Endpunktestand der europischen Orte nicht nur Kategorien wie die Veranstaltungsdichte oder der Prosecco-Preis in der bestbewerteten queeren Bar der Stadt eingeflossen, sondern auch ob es Gesetze gegen Hassrede oder Hassverbrechen gibt.
Auch Daten eines allgemeinen Sicherheitsindex, die rechtliche Gleichstellung von queeren Menschen und die Anerkennung von nichtbinren Personen wurden einbezogen. Auerdem wurde noch die Pride-Gre und die durchschnittlichen monatlichen Google-Suchanfragen mit der Stadt sowie dem Wort «gay» bercksichtigt. Obwohl die Zahlen nicht bermig validiert sind und teils auch nur eine Quelle haben, sollte trotzdem ein Einblick hergestellt sein, inwieweit sich die Orte fr queere Menschen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz und gesetzlichen Rechten eignen.
Barcelona auf Platz 1, gefolgt von Berlin
In der Top 10 sind Spanien und Deutschland jeweils dreimal vertreten. Barcelona ist laut der Auswertung auf Platz 1, auf Platz 3 ist dann Ibiza und auf Platz 5 Madrid. Deutschland wiederum ist mit Berlin auf Platz 2, Kln auf Platz 5 und Hamburg auf Platz 10 vertreten. Auch Portugal besetzt mit zwei Stdten zwei Pltzen. Die Hafenstadt Porto ist auf Platz 4 und die lebendige Hauptstadt Lissabon auf Platz 8. Amsterdam schaffte es auf Platz 7 und Wien auf Platz 9.
Sowohl die spanischen, portugiesischen und deutschen Orte gelten als diejenigen mit den besten Gesetzeslage fr trans Menschen. Die hiesigen und dortigen Gesetze schaffen eine Punktezahl von 3 auf einer Skala von 3 bis -2. Lediglich in Deutschland gibt es aber eine gesetzliche Anerkennung von nichtbinren Personen. Bis auf die Niederlande, wo nur Hassrede gegen queere Menschen explizit als Tat unter Strafe gestellt wird, werden in allen anderen auf der Liste anwesenden Lndern jegliche Hassgewalt gegen queere Menschen als diese geahndet. Laut dem Global Equality Index fr queere Menschen fhrt Spanien die Gleichstellung geschlechtlicher und sexueller Vielfalt an. Es folgt Deutschland und dann die Niederlande. Die Werte liegen letztlich aber sehr nah beieinander. Wiederum fhren Amsterdam, Wien sowie Porto und Lissabon die Liste nach allgemeinen Sicherheitskriterien an.
Schweden, Frankreich und Griechenland schneiden schlecht ab
Aufgrund der besonderen Vulnerabilitt der queeren Community ist es klar, dass Sicherheitskriterien, aber auch die Frage nach Rechten und Umgang mit Hassgewalt bestimmend fr die Entscheidung einer Reise sein kann. Das Schlusslicht der Liste wird brigens vor allem aus schwedischen, franzsischen und griechischen Orten gebildet. Dies scheint vor allem an wenigen Veranstaltungen, hohen Preise, keiner Anerkennung von nichtbinren Personen und einer niedrigeren allgemeinen Sicherheit zu liegen.
Zahlentechnisch kann man das zum Beispiel durch den BKA-Bericht sehen, dass 2023 in Deutschland 1.785 queerfeindliche Straftaten angezeigt wurden, whrend es im bevlkerungsrmeren Frankreich 2023 laut Jahresbericht der NGO SOShomophobie 2.377 Flle registriert wurden. In Deutschland kommen so auf 100.000 Einwohner*innen 2,13 queerfeindliche Straftaten, in Frankreich jedoch 3,5. Dementsprechend lsst sich trotz groer Dunkelziffer ein allgemeines Klima ablesen, welches queere Menschen auf Reisen eventuell in den jeweiligen Staaten vorfinden knnen. Trotzdem handelt es sich dabei um jeweils sehr allgemeine Daten, die nicht auf alle Regionen des jeweiligen Landes angewandt werden knnen. Inwieweit besonders Sicherheit an Orten und auch die Strafverfolgung bei queerfeindlichen Delikten genauso stark ist, wie in einem Land aufgrund allgemeiner Werte dargestellt, ist weiterhin offen.
Andere Perspektiven aufs queere Reisen
Spannenderweise gehren aber vor allem Griechenland und Malta zu neuen beliebten Zielen. Besonders Malta wird fr seine Gesetze gelobt. Andere Websites zeigen aber letztlich auch ganz andere Perspektiven aufs queere Reisen auf. Goqueer.com zeichnet ein anderes Bild. Nicht mehr reine Eventreisen und das Tingeln von Bar zu Club seien der Fokus fr queere Reisende, sondern es gebe eine immer grere Nachfrage fr Wellness- und Familienurlaube sowie authentische Erfahrungen mit Einheimischen. Auch das nicht auf die queere Community fokussierte Onlineportal Vacationer legt in der Darstellung beim queeren Reisen einen anderen Fokus.
TUIs Liste suggeriert eher auf Party und Community fokussierte Urlaube. Da bleibt aber auch offen, wieso sich die Statistik von TUI besonders auf Europa fokussiert. Besonders Australien, Neuseeland, Kanada, aber auch Thailand und Uruguay werden auch hufig als immer beliebter werdende Reiseziele genannt. Europa alleine ist nicht der Horizont queeren Reisens.
Zur Orientierung ist TUIs Liste wichtig, auch wenn sie in ihrer gewollten Eindeutigkeit durch Zahlenwerte nicht notwendig stetig die Realitt abbildet. Queerfeindliche Gewalt und Angst vor ihr sollte einen nicht unbedingt davor abschrecken, diese Orte trotzdem zu bereisen. Neue Trends und auereuropische Orte, die sich sehr wohl fr queere Reisende eignen, werden leider komplett in der Darstellung ignoriert. Wer aber einen Stdtetrip in Europa organisieren mchte, kann die Liste sehr wohl konsultieren und wird im besten Fall einen sicheren Urlaub genieen knnen.
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