Deutscher Fernsehpreis 2025: Kaulitz-Twins gewinnen gegen Heidi Klum
Tom Kaulitz gewinnt gegen seine Ehefrau Heidi Klum, Maria Furtwngler wird grundstzlich und Otto hat mal wieder «Grund zum Feiern»: Der Deutsche Fernsehpreis ist verliehen worden. Bei der TV-Gala in Kln gab es zwar wenig Queeres und keine*n ganz groe*n Abrumer*in aber mehrere denkwrdige Momente.
Maria Furtwngler etwa schon lange im Geschft und mit vielerlei Auszeichnungen dekoriert wirkte sichtlich angefasst, als sie den Fernsehpreis als beste Schauspielerin fr den Film «Bis zur Wahrheit» (ARD/NDR) gewann. Darin spielt sie eine Chirurgin, die whrend eines Nordsee-Urlaubs von dem Sohn ihrer besten Freundin vergewaltigt wird. Furtwngler sagte, dass Hoffnung aber auch Zorn das Projekt begleitet htten. «Zorn darber, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es immer noch nicht selbstverstndlich ist, dass eine Frau zu jedem Zeitpunkt «Nein» sagen kann und darf und dass es ganz egal ist, ob sie einen kurzen Rock trgt», sagte sie.
Als beste Schauspielerin nominiert war auch die Schweizerin Melodie Simina fr ihre Rolle in der queeren ARD-Serie «Schwarze Frchte». Sie konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Willkommen zum Familienduell
Bei den mnnlichen Schauspielern wurde Leonard Kunz fr «Ein Mann seiner Klasse» (ARD/SWR/BR) ausgezeichnet. Das Armutsdrama gewann zudem in der Kategorie «Bester Fernsehfilm/Mehrteiler» und konnte somit zwei Fernsehpreise einheimsen. Doppelgewinner des diesjhrigen Fernsehpreises wurden auch die Arztserie «KRANK Berlin (ZDF/Apple TV+) sowie die Politthriller-Serie «Herrhausen Der Herr des Geldes» (ARD).
Eine gewisse Wrze lag in der Entscheidung der Jury, die Trophe in der Kategorie «Beste Unterhaltung Reality» den beiden Tokio-Hotel-Brdern Tom und Bill Kaulitz fr ihre Netflix-Sendung «Kaulitz & Kaulitz» zuzusprechen. Damit stachen die Zwillinge «Germany’s Next Topmodel» (ProSieben) aus, das von Toms Ehefrau und Bills Schwgerin Heidi Klum prsentiert wird. Angst vor innerfamiliren Zwistigkeiten strahlten die Brder nach Zuerkennung des Preises allerdings nicht aus. «Vielen, vielen Dank! Wir wren so gerne da!», jubelte der schwule Bill, per Video zugeschaltet.
Preise fr das Joko-und-Klaas-Universum
Zweimal gingen Preise zudem in das Joko-und-Klaas-Universum. Der Komiker Teddy Teclebrhan wurde fr eine von ihm prsentierte Ausgabe der Joko-Show «Wer stiehlt mir die Show?» (ProSieben) gewrdigt. In dem Format versuchen Kandidaten, Joko Winterscheidt den Moderatoren-Job streitig zu machen.
Die einst spontan erfundene ProSieben-Show «Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)» von Winterscheidt und seinem Kompagnon Klaas Heufer-Umlauf wurde zur besten Unterhaltungsshow gekrt und setzte sich dabei unter anderem gegen Gnther Jauch mit einer Spezialausgabe seines Quiz-Klassikers «Wer wird Millionr?» («25 Jahre Das groe Jubilums-Special») durch.
Jauch wusste dennoch etwas Positives zu berichten: Er sei «im Genesungsprozess weit fortgeschritten», sagte er. Der Hintergrund: Der 69-Jhrige war in seiner Show «Wer wird Millionr?» mit Krcken erschienen. In einer vorab auf RTL+ verffentlichten Folge (Ausstrahlung am 15. September, 20.15 Uhr, RTL) humpelte er auf Gehhilfen ins Studio.
Beim Fernsehpreis verriet Jauch nun, was geschehen war ein Wadenbeinbruch am Sprunggelenk. «Ich bin bld umgeknickt. Dass man sich dabei das Bein brechen kann, wusste ich auch noch nicht. Aber ich denke, das wird wieder», sagte Jauch der Deutschen Presse-Agentur bei der After-Show-Party. Krcken hatte er nicht in der Hand.
Otto rollt im Disco-Mobil durch die Bhne
In der Informationssparte bekam der Sender phoenix einen Preis fr seine Parlamentsberichterstattung. Als beste Dokumentation wurde «Systemfehler: Der Cum-Ex Skandal (ZDF/3sat) ausgezeichnet. Zur besten Doku-Serie krte die Jury «German Cocaine Cowboy Der Deutsche im Cali-Kartell» (Prime Video).
Schon bekannt war, dass Komiker Otto Waalkes den Preis fr das Lebenswerk bekommen sollte. In einer durchaus ungewhnlichen Erffnungszeremonie wurde der 77-Jhrige daher in einer Art Golfmobil mit einer Discokugel auf dem Dach durch das Studio gefahren, flankiert von Tanzpaaren, Basketball-Spielern und Menschen in Feuerwehranzgen.
Auf der Bhne sang Otto dann mehrere Lieder aus seinem legendren Repertoire unter anderem «Friesenjunge». Danach stimmte er auch noch den Party-Abrumer «Wir haben Grund zum Feiern» an, bei dem der Saal sofort einstimmte.
Eigentlich habe er sich nie als Fernsehstar gesehen, sagte Waalkes der Deutschen Presse-Agentur. «Ich bin frher in kleinen Clubs aufgetreten, nur um mein Studium zu finanzieren. Ich habe ernsthafte Folklore gemacht», sagte er. Irgendwann habe er bemerkt, dass es beim Publikum am besten ankam, wenn er sich fr Pannen auf seine typische ulkige Otto-Art entschuldigte. So habe sich alles irgendwie entwickelt. «Hier steh‘ ich jetzt», sagte er.
Der Deutsche Fernsehpreis wird von ARD, RTL, Sat.1, ZDF und der Deutschen Telekom getragen. Die Federfhrung wechselt Jahr fr Jahr. 2025 liegt sie erstmals bei MagentaTV. Bei der Umsetzung arbeitet das Angebot der Telekom mit dem ZDF zusammen, das die TV-Gala ausstrahlt. (cw/dpa)
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