Diane von Frstenbergs Ehemann outet sich
Mit 83 Jahren spricht Barry Diller, der Ehemann von Diane von Frstenberg (78), erstmals offen ber seine sexuelle Orientierung und rumt mit langjhrigen Spekulationen auf. In einemausfhrlichen Essay im «New York Magazine»besttigt der US-Medienunternehmer, der ein Vermgen von drei Milliarden Dollar aufgebaut hat, seine sexuelle Zuneigung zu Mnnern. Er betont aber gleichzeitig die tiefe Liebe zu der belgisch-amerikanischen Modeschpferin. «Ich habe nie meine grundlegende sexuelle Orientierung infrage gestellt», schreibt Diller. «Ich hatte nur Angst vor der Reaktion anderer.»
In seinem Beitrag beschreibt Diller die Schwierigkeiten, die er als mnnerliebender Mann in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie der Sechziger- und Siebzigerjahre erlebte. Er spricht von einer «tyrannischen Angst vor Entdeckung», die sein persnliches Leben stark einschrnkte. Trotz des beruflichen Erfolgs lebte der Medienmogul ein «grtenteils karges und arbeits-bestimmtes Dasein».
Der frhere Paramount-Chef erklrt, dass er in seiner Jugend bereits mit Mnnern Beziehungen unterhielt und sich in Hotels und angemieteten Wohnungen versteckte. Dass er ein «vorgetuschtes Leben» fhren musste, belastete ihn sehr. «Ich lebte mit dem Schweigen, aber nicht mit der Heuchelei», schreibt Diller ber seine selbst auferlegten Regeln. «Ich wrde niemals so tun, als ob. Ich wrde nichts tun, um jemanden glauben zu lassen, ich wrde ein heterosexuelles Leben fhren.»
In dem Essay verwendete Diller nicht die Begriffe schwul oder bisexuell. Vielmehr schrieb er, dass Europer*innen «eine klgere Einstellung» ber Sexualitt htten. Dort seien heutzutage «sexuelle Identitten fluider und natrlicher, ohne all diese strikten Definitionen des letzten Jahrhunderts».
«Es gab zwar viele Mnner in meinem Leben, aber nur eine Frau»
Obwohl er sich seiner Liebe zu Mnnern immer sicher gewesen sei, sei die Liebe zu Diane von Frstenberg echt. «Es gab zwar viele Mnner in meinem Leben, aber nur eine Frau, und die kam erst mit 33 Jahren in mein Leben», so Diller. Die Beziehung zu der Designerin habe «viele komplexe Aspekte», mit denen er selbst niemals gerechnet habe: «Ich bin mir durchaus bewusst, dass dieser Teil meines Lebens Verwirrung und viele Spekulationen ausgelst hat. Eine Beziehung, die mit Gleichgltigkeit begann und sich dann zu einer Romanze entwickelte, die fr uns so natrlich war wie das Atmen, berraschte uns und alle anderen. Es ist wirklich das Wunder meines Lebens.»
In dem Beitrag berichtet Barry Diller schlielich ausfhrlich ber die ungewhnliche Liebesgeschichte, die bereits 1974 bei einem Dinner begann. «Es war sofort eine Explosion ungezgelter Leidenschaft, die sich ber Jahre fortsetzte», beschreibt er die Anfnge ihrer Beziehung. «Und ja, ich mochte auch Mnner, aber das stand nicht im Konflikt mit meiner Liebe zu Diane. Ich kann es mir selbst oder der Welt nicht erklren. Es ist einfach passiert, ohne Motiv oder Manipulation.»
Frstenberg und Diller waren anschlieend zunchst bis 1981 ein Paar, trennten sich aber nach ihrer Affre mit Schauspieler Richard Gere (75). Erst zehn Jahre spter fanden sie wieder zueinander und heirateten am 2. Februar 2001, 26 Jahre nach ihrem ersten Treffen.
«Heute hat er sich der Welt geffnet»
Diane von Frstenberg reagiert gelassen auf das Essay ihres Mannes. In einemInterview mit der «New York Times», das kurz nach der Verffentlichung erschien, sagt die Knstlerin, dass sie den Text nicht als Coming-out betrachte, sondern als Dillers Weg, die Wahrheit zu erzhlen. «Fr mich ist das Geheimnis, das Leben und die Liebe zu ehren, niemals zu lgen», erklrt sie. «Heute hat er sich der Welt geffnet. Mir gegenber hat er sich vor 50 Jahren geffnet.»
«Wir mussten nie ber unsere Beziehung sprechen, wir haben unsere Beziehung gelebt», betont von Frstenberg weiter. Deswegen htten ihnen auch die Spekulationen ber Dillers sexuelle Orientierung nie etwas anhaben knnen. Das bekrftigt auch Diller in seinem Essay: «Was andere denken, irritiert uns manchmal, amsiert uns aber meistens. Wir wissen es, unsere Familie wei es, und unsere Freunde wissen es. Der Rest ist Geschwtz.» (spot/cw)

