«Die Hhle der Lwen»: Frank Thelen bezweifelt Existenz von trans und nichtbinren Personen
In der am Dienstagabend bei Vox ausgestrahlten Ausgabe der Show «Die Hhle der Lwen» (auch beibei RTL+) ist Trans-Identitt bei einem Pitch, also der Prsentation einer Geschftsidee, ein Thema. Der 49-jhrige Investor Frank Thelen uert dabei in der Folge Zweifel, ob trans Menschen existieren.
Anlass ist die Vorstellung «Come around»-Masturbationskissens fr Frauen, das von der 31-jhrigen Grnder Sanja Zndorf aus Kln prsentiert wird: «Liebe Lwinnen und Lwen, ich wrde gerne mit euch zusammen weibliche Masturbation revolutionieren», so startet sie ihre Vorstellung. Bei ihrem Produkt handle es sich um «das erste Kissenreit-Toy auf der ganzen Welt». Sie vertreibt ihn in ihrem Klner Laden mit dem Namen «Entzck dich selbst».
Eine Umfrage im Rahmen ihrer Master-Arbeit habe ergeben, dass besonders eine Masturbationsmethode unter Frauen weit verbreitet sei: das Kissenreiten, das von jeder sechsten Person genannt worden sei. Ihr «Come around»-Sattel aus Stoff sei hierfr das ideale Sextoy. Dabei spricht sie mit Glottisschlag von «Kissenreiter*innen», was zu Verwirrung bei den Lwinnen und Lwen fhrt, weil das Produkt ja fr Frauen gedacht sei. Zndorf klrt jedoch auf: «An der Umfrage haben Personen mit Vulva teilgenommen, die sich nicht als Frauen identifizieren. Deshalb habe ich das jetzt gegendert.»
«Hab da eine andere Meinung dazu»
Frank Thelen ist das zu viel: «Sorry, die was?», fragt er irritiert. Zndorf nennt dann als Beispiel trans Mnner und nichtbinre Personen. Thelens abweisende Antwort: «Okay, ich bin da sehr nah an der Biologie. Hab da eine andere Meinung dazu, aber okay.» Es gebe «sehr viele verschiedene Ansichten auf der Welt» ber Mnner und Frauen. «Aber auch ein trans Mann knnte ja eine Vulva haben», so Zndorf weiter. Daraufhin fordert Thelen sie auf, mit ihren Pitch weiter zu machen.
Zndorf berichtet dann darber, sie habe Einzelunternehmerin bereits 120.000 Euro Umsatz und Millionen von Klicks in den Social Media generiert. Fr 150.000 Euro knnten die Lwen zehn Prozent an ihrem Start-Up erwerben.
Niemand will investieren
Thelen lobt die Grnderin nach ihrem Pitch: Er finde ihr Geschft «solide und toll». «Aber heute sitze ich hier als Lwe und muss entscheiden, wo ich meine Zeit investiere. Und das hier ist berhaupt gar nicht mein Thema und meine Passion.» Aus diesem Grund sei er groe berraschung raus. Auch die anderen Lw*innen zeigen kein Interesse an dem Projekt, teilweise weil sie nicht in Sextoys investieren wollten, sprechen der Grnderin aber gut zu. Janna Ensthaler begrndet ihren Ausstieg mit den Worten: «Aber du brauchst ein ganzes Reich an Sextoys. Dieses Produkt ist eher ein Nischenthema.»
«Ich htte mich gefreut, mit einem Investment direkt mein zweites Toy auf den Markt zu bringen. Das kann ich jetzt erstmal nicht», sagt Zndorf nach ihrem Abgang sichtlich enttuscht. Sie uert aber die Hoffnung: «Vielleicht findet sich ja noch jemand anders, der Interesse hat, mit einzusteigen.»
Bereits beim Staffelauftakt vor drei Wochen war Sex ein Thema: Damals stellte der schwule Berliner Marius Baumgrtel seine «anuux»-Kapseln vor (queer.de berichtete). Diese Tabletten wirkten laut Baumgrtel im Darm nahrungsbindend und sollen so Analverkehr zum gesunden und hygienisch einwandfreien Vergngen machen. Auch hier wollte keiner der Lw*innen einsteigen. (dk)
Links zum Thema:
Instagram-Seite von «Entzck dich selbst»
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