Die queere Gen Z mag keine Labels
Queere Menschen der jngeren Generation hadern mit Labels wie schwul oder lesbisch. Das geht aus dem Report «Liebe jenseits von Labels» (PDF) der Dating-App Hinge hervor. «Nach der Befragung von ber 14.000 queeren und heterosexuellen Datenden aus aller Welt stellen die Expert*innen von Hinge fest: Viele Menschen haben es satt, sich selbst oder ihr Dating-Verhalten stndig in feste Kategorien pressen zu mssen», heit es darin. Es gebe eine zunehmende Label-Frustration also Missmut darber, dass starre Labels einengende Erwartungen weckten.
Laut den Zahlen gibt es groe Unterschiede zwischen queeren Datenden aus der sogenannten Generation Z das sind Personen, die zwischen 1997 und 2012 geboren worden sind und der vorhergehenden Generation der Millennials (1981-1996). Demnach ist die queere Gen Z zu 39 Prozent hufiger als queere Millennials dazu bereit, die Labels zu ihrer Sexualitt zu berdenken, wenn sie sich unerwartet zu jemandem hingezogen fhlen.
Insgesamt htten 37 Prozent der queeren Nutzer*innen bei Hinge die Bezeichnung fr ihre sexuelle Orientierung seit Beginn ihrer Dating-Erfahrungen angepasst. Die Gen Z ist dabei 22 Prozent offener fr sexuelle Kontakte auerhalb ihrer bevorzugten Geschlechts und wrde zu 21 Prozent eher Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitten daten als Millennials.
Schwule Mnner sind insgesamt die gefestigste oder die am wenigsten flexible Gruppe unter queeren Menschen: Von ihnen beklagten weniger als ein Viertel 22 Prozent Label-Frustration. Bei Lesben seien es 28 Prozent, bei Bisexuellen 29 Prozent und bei trans Personen 33 Prozent. Fast die Hlfte der Menschen, die sich als queer definierten, htten Label-Frustration erlebt.
Obacht vor Overthinking
In der Studie wird auch vor dem sogenannten Overthinking gewarnt, also vor Selbstzweifeln, wenn die eigene Identittsdefinition und das Verlangen nicht zusammenpassen. «Overthinking gehrt zu den grten Hrden, wenn es darum geht, Anziehung auch wirklich zu leben», heit es in dem Bericht. Ein Problem sei auch, dass das private Umfeld die Vernderung nicht akzeptiert: So htten 60 Prozent der queeren Datenden bereits negative Reaktionen erlebt, wenn sie eine Vernderung in ihrer Selbstbezeichnung geuert htten.
Hinge rt daher dazu, offen fr Vernderungen zu sein. Dabei wird Podcasterin Ricarda Hofmann mit den Worten zitiert: «Wenn ich heute merke, dass da ein echtes Interesse ist, versuch‘ ich, weniger zu zerdenken und mehr zu vertrauen, dass das Gefhl seinen Grund hat.» Sie selbst habe sich frher als lesbisch definiert, heute aber lieber als queer. «Fr mich geht’s beim Dating nicht mehr darum, welches Geschlecht jemand hat, sondern darum, wie sich die Verbindung anfhlt», so Hofmann. (cw)
Mehr zum Thema:
Nur 20 Prozent der bi+sexuellen Hinge-Nutzer*innen leben ihre Sexualitt offen (23.09.2024)
