Die wichtigste queere Comicknstlerin der USA
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Die wichtigste queere Comicknstlerin der USA

Das Cartoonmuseum Basel prsentiert noch bis Ende Oktober die erste europische Retrospektive zur lesbischen Comiczeichnerin und Autorin Alison Bechdel.

Die US-Amerikanerin Bechdel, Jahrgang 1960, wird durch ihren 2008 auf Deutsch erschienenen grafischen Roman «Fun Home. Eine Familie von Gezeichneten» breit bekannt. Das vom «Time Magazine» 2006 zum Buch des Jahres gekrte sowie spter weltweit erfolgreiche Meisterwerk rckt Bechdels Familiengeschichte und Beziehung zu ihrem Vater in den Vordergrund, die von dessen unterdrckter Bisexualitt geprgt war.

Sechs Jahre spter beleuchtet ihre zweite autobiografische Erzhlung «Wer ist hier die Mutter? Ein Comic-Drama» die komplexe und verwirrende Beziehung zu ihrer Mutter. Beide Bcher berhren durch Anleihen bei der klassischen Literatur, das Einflechten von psychologischen Erkenntnissen sowie eine von Ehrlichkeit, Einsicht und Humor geprgte, kluge Analyse.

Alison Bechdel ist auch die Autorin des ab 1983 publizierten queeren Comicstrips «Dykes to Watch Out For». In dieser intelligenten und witzigen Seifenoper begleitet die Leserschaft einen Freundeskreis in einer mittelgroen US-amerikanischen Stadt durch den Alltag. Die Erlebnisse der meist lesbischen Freundinnen sowie ihrer Freunde werden differenziert mit gesellschaftlichen und politischen Themen verwoben. In diesem Comicstrip kommt auch die spter als «Bechdel-Wallace-Test» bekannt gewordene, nicht ganz ernst gemeinte Prfung auf Geschlechterklischees in Spielfilmen vor: Ein Film ist sexistisch, wenn nicht mindestens zwei eigenstndige Darstellerinnen beteiligt sind, die miteinander ber anderes als Mnner reden.

Das Cartoonmuseum Basel prsentiert erstmals in Europa eine groe Retrospektive der u. a. mit dem Eisner Award ausgezeichneten Knstlerin. Die prgnanten Tuschezeichnungen Bechdels aus allen Werken werden ergnzt von Originalen aus ihrer soeben erschienenen, autofiktionalen Graphic Novel «Spent», in der alte Bekannte aus ihrem Comicuniversum auftauchen und ihr Alter Ego sich mit der Frage beschftigt, ob ein ethisches Leben im Kapitalismus mglich ist. Vorarbeiten, Fotografien, Filme und Bezge zur Geschichte der Schweizer Schwulen- und Lesbenbewegung runden die Ausstellung ab.

Die Ausstellung «Alison Bechdel The Essential» wurde am Freitag erffnet und ist noch bis zum 26. Oktober 2025 im Cartoonmuseum Basel (St. Alban-Vorstadt 28) zu sehen. (cw/pm)