Ein queeres Wochenende in Hamburg
Wenn queere Menschen an Hamburg denken, kommt ihnen oft zuerst die Reeperbahn in den Sinn mit ihren schrillen Dragqueens rund um die legendre Olivia Jones und einem Nachtleben, das fr viele unvergesslich bleibt. Die Feiermeile bietet nicht nur ausgelassene Partys, sondern auch Raum fr sexuelle Freiheit. Neben den berhmt-berchtigten Bars sorgen etwa Gay-Kinos fr ein Angebot, das Hamburg in Sachen One-Hour-Stands locker mit Stdten wie Berlin oder Kln konkurrieren lsst.
Doch Hamburg ist mehr als flackernde Neontrume, taumelnder Rausch und verkaterte Morgenstunden. Die Stadt hat auch eine tiefgreifende queere Erinnerungskultur zu bieten besonders im Stadtteil St. Pauli. Welche Rolle der Kiez im Kontext queerer Geschichte spielt, zeigt sich unter anderem an den zahlreichen Stolpersteinen. Sie erinnern an queere Menschen, die hier lebten und inzwischen verstorben sind oft unter tragischen Umstnden. Ihre Geschichten erzhlen von Verfolgung, Erniedrigung und qualvollen Toden.
St. Pauli erinnert an die tragischen Schicksale queerer Menschen
So offen und bunt Hamburg heute wirkt, war es in der Vergangenheit keineswegs. Auf einer queeren Kieztour durch St. Pauli, organisiert vom St. Pauli Office, berichten Guides beispielsweise von Orten, an denen sich Mnner einst zum schwulen Sex trafen beobachtet durch einseitig verglaste Spiegel und anschlieend registriert auf «Rosa Listen». Oder von ffentlichen Urinalen, die die Polizei genutzt hat, um durch gezielte Blickkontakte vermeintlich homosexuelle Mnner zu identifizieren.
Das St. Pauli Office mahnt jedoch, dass Hamburgs queere Erinnerungskultur trotz vieler Fortschritte noch Lcken aufweist. So finden sich auf Stolpersteinen bis heute Deadnames von trans Personen. Auch ein Gedenkstein fr verstorbene Sexarbeiter*innen spricht ausschlielich von Frauen, statt inklusiv von Flinta-Personen. Hier besteht teils noch dringender Anpassungsbedarf. Dennoch bleiben die Stolpersteine und andere Erinnerungsorte wichtige Zeichen gegen das Vergessen.
Kulturvielfalt mit berraschenden Kombinationen
Allgemein fhlt man sich als queere Person in Hamburg ziemlich wohl: In vielen Shops und Kultureinrichtungen tragen Mitarbeitende Regenbogen-Embleme auf ihren Shirts, Pride-Flaggen schmcken die Fassaden, und an Innenwnden finden sich Texte, die fr Toleranz und Vielfalt sensibilisieren. Besonders auffllig ist das in der renommierten Kunsthalle Hamburg, wo sogar Fhrungen mit Dragqueens angeboten werden ein spannender Kontrast zwischen klassischen Werken von Caspar David Friedrich oder Salvador Dal und den extravaganten Performances der Drag-Kunst.
Doch nicht nur die Kunsthalle bietet queere Impulse: Auch das immersive Ausstellungszentrum Port des Lumires sowie das internationale Theaterhaus Kampnagel zeigen progressive Formate.
Wer nach all den Eindrcken eine Pause braucht, kann sich bei einer Kanutour ber die Alster entspannen inklusive Quickstop beim Wasser-Drive-In-Caf. Kulinarisch lohnt sich ein Besuch im Restaurant Peacetanbul, das mit erstklassiger Kche und entspannter Atmosphre berzeugt.
25hours Hotel HafenCity: Popkultur trifft Panorama-Sauna
Ein idealer Ausgangspunkt fr die Erkundung Hamburgs ist brigens das 25hours Hotel HafenCity. Gegenber dem neuen «Westfield»-Center gelegen, verbindet es modernes Design mit popkulturellen Elementen von Beatles-Erinnerungsstcken bis zu Tapeten mit Promi-Gesichtern. Die hauseigenen Restaurants und Bars sind auch fr externe Gste zugnglich und bieten Genuss pur inklusive Frozen-Cocktails, die sich perfekt fr einen entspannten Abend eignen. Besucher*innen sollten sich hier also in jedem Fall die Restaurants heimat und NENI sowie die Boilerman Bar auf ihrer Google-Maps-Karte abspeichern.
Das Highlight des Hotels ist der Sauna- und Ruhebereich mit spektakulrem Blick ber Hamburg. Bis Mitternacht geffnet, wird er nicht nur zur Oase der Entspannung, sondern auch zum Ort spontaner Begegnungen: Immer wieder vernetzen sich hier (queere) Menschen zufllig und verbringen vielleicht auch Zeit ber den Saunaaufguss hinaus.
Und hier schliet sich nun der Kreis: Ob man auf der Suche nach sexuellen Abenteuern, kulturellen Erlebnissen oder historischer Tiefe ist Hamburg enttuscht nicht.
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