Ellis
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Ellis

Im britischen Krimigenre hat sich ein bemerkenswerter Neuzugang etabliert: «Ellis» rckt eine Ermittlerin in den Mittelpunkt, die in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen fllt. DCI Ellis, gespielt von Sharon D Clarke («Royal Blue», «Rocketman»), ist keine Figur, die gefallen will und genau das macht sie so interessant. Nach einer lngeren Auszeit kehrt die erfahrene Ermittlerin in den aktiven Polizeidienst zurck und wird von ihrer Vorgesetzten ACC Leighton quer durch den lndlichen Norden Englands entsendet, um dort gescheiterte oder besonders heikle Flle neu aufzurollen.

Ellis bringt nicht nur kriminalistisches Feingefhl und ein bemerkenswertes Gespr fr zwischenmenschliche Dynamiken mit, sondern auch einen unerschtterlichen moralischen Kompass. Ihre oft schroffe, nchterne Art tuscht ber ein tiefes Mitgefhl hinweg, das sie besonders im Umgang mit Opfern und Angehrigen unter Beweis stellt. Ihre Expertise stt jedoch nicht berall auf offene Tren insbesondere in Polizeieinheiten, die von konservativen, mnnlich geprgten Strukturen dominiert werden. Die Vorurteile, mit denen sie konfrontiert wird, sind subtil wie offen und betreffen nicht nur ihr Geschlecht, sondern auch ihre Hautfarbe und ihr Alter. Doch Ellis wei, wie man sich behauptet mit klarem Blick, psychologischer Finesse und hartnckiger Professionalitt.

Diversitt, gesellschaftliche Relevanz und gute Unterhaltung

Ein aufschlussreicher Moment gleich zu Beginn der Serie zeigt, wie tief die gesellschaftlichen Stereotype reichen: Als ihr zuknftiger Kollege DS Chet Harper (Andrew Gower, «Outlander», «Poldark») sie an der Polizeiwache erstmals treffen soll, erkennt er sie schlichtweg nicht als seine Vorgesetzte. Stattdessen geht er selbstverstndlich auf eine weie Frau im Raum zu. Der Irrtum ist mehr als nur ein peinlicher Fehlgriff er ist bezeichnend fr die Strukturen, gegen die Ellis tglich ankmpft. Trotz dieses holprigen Einstiegs entwickelt sich zwischen den beiden eine produktive Partnerschaft, die den Kern der Serie trgt. Harper wird vom skeptischen Untergebenen zum loyalen Mitstreiter.

«Der Funk liegt nicht in den Noten, sondern in den Pausen zwischen den Noten,» erklrt Ellis ihrem Kollegen in einer Szene ein Satz, der ihr kriminalistisches Verstndnis treffend beschreibt. Es geht nicht nur um Beweise, sondern um die Menschen, die Beziehungen, die Spannungen dazwischen. Genau hier setzt die Serie an: Statt auf formelhafte Auflsungen und einfache Tterprofile zu setzen, beleuchtet sie die komplexen gesellschaftlichen Verstrickungen hinter den Verbrechen.

«Ellis Staffel 1» (Amazon-Affiliate-Link ) besteht aus drei in sich geschlossenen Episoden, die sich thematisch mit strukturellem Rassismus, Sexismus, Polizeiversagen, Online-Prangerkultur und institutioneller Vertuschung auseinandersetzen. Dabei gelingt es den Serienschpfer*­innen Sin Ejiwunmi-Le Berre und Paul Logue, das klassische Crime-Format aufzubrechen und um gesellschaftliche Perspektiven zu erweitern, die im Genre sonst hufig unterreprsentiert bleiben. Der Verzicht auf eine glattgebgelte sthetik und der Fokus auf psychologische Tiefe sorgen fr eine besondere Authentizitt, ohne in Sozialkitsch abzugleiten.

Mit starker Hauptfigur, herausragender Besetzung und einem klaren inhaltlichen Fokus ist «Ellis» ein vielversprechendes Beispiel dafr, wie Diversitt, gesellschaftliche Relevanz und gute Unterhaltung kein Widerspruch sein mssen. Angesichts der hohen Einschaltquoten und der positiven Resonanz ist die zweite Staffel bereits in Produktion ein deutliches Zeichen dafr, dass im britischen Krimi auch jenseits altbekannter Formate Platz fr frische Stimmen und neue Perspektiven ist. (dd/pm)

Wir verlosen fnf DVDs

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