Erotik-Content-Creator: «Ich verdiene mittlerweile im fnfstelligen Bereich»
Mit gerade einmal 18 Jahren begann Marius Rohde (@diesermarius) , seine Sexualitt kreativ auszuleben und Content zu produzieren zunchst aus Neugier, spter mit einer klaren Vision: selbstbestimmt zu arbeiten, unabhngig zu sein und dabei ein echtes Bild schwuler Identitt zu zeigen. Auf der Plattform BestFans hat sich Marius lngst eine groe Community aufgebaut. Im Jahr 2022 wurde er in der RTL-Doku «OnlyFans uncovered» vorgestellt (queer.de berichtete).
Im Interview spricht der junge Berliner ber Herausforderungen im Aufbau seiner Karriere, den Umgang mit Vorurteilen, seine Beziehung, die Realitt hinter der Arbeit als Creator und warum Authentizitt und Haltung in seiner Branche wichtiger denn je seien.
Marius, was hat dich dazu bewegt, Creator auf BestFans zu werden? Gab es einen bestimmten Auslser oder Moment?
Ich habe relativ frh gemerkt, dass ich Lust habe, kreativ mit meiner Sexualitt umzugehen und mich selbstbewusst zu zeigen. Mit 18 habe ich dann begonnen, Content zu produzieren anfangs eher aus Neugier, aber auch, weil ich finanziell unabhngig sein wollte. Der Auslser war letztlich die Erkenntnis: Ich kann mit dem, was ich gerne mache und wofr ich ohnehin oft Komplimente bekomme, selbstbestimmt arbeiten und etwas aufbauen.
Wie hast du deine Nische oder deinen Stil auf der Plattform gefunden?
Das hat sich mit der Zeit entwickelt. Ich habe viel ausprobiert und auf die Reaktionen meiner Follower geachtet. Mein Stil ist sehr persnlich ich lege Wert auf sthetik, Intimitt und Authentizitt. Ich zeige mich nicht nur sexy, sondern auch als Mensch, mit allem, was dazugehrt. Ich glaube, genau das macht meine Inhalte greifbar und hebt mich ab.
Was waren die grten Herausforderungen beim Aufbau deiner Prsenz als Creator?
Definitiv der Anfang sich sichtbar zu machen, Reichweite aufzubauen, gleichzeitig mit Vorurteilen umzugehen und trotzdem authentisch zu bleiben. Es ist nicht leicht, sich in einer Branche durchzusetzen, die oft unterschtzt wird und gleichzeitig sehr umkmpft ist. Auch das richtige Ma zwischen Nhe und Abgrenzung zur Community zu finden, war nicht immer einfach.
Wie sieht dein Arbeitsalltag als Creator aus? Wie viele Stunden arbeitest du pro Woche?
Viele unterschtzen, wie viel Arbeit in Content Creation steckt. Zwischen Planung, Produktion, Bearbeitung, Kommunikation mit Fans, Community Management und Marketing arbeite ich locker 40 bis 60 Stunden die Woche manchmal mehr, wenn neue Projekte anstehen.
Wie hat dein Umfeld auf deine Arbeit als Creator reagiert? Wissen alle Bescheid?
Meine engsten Freunde stehen voll hinter mir. Bei meiner Familie war es ein Prozess nicht jeder hat sofort verstanden, warum ich das mache. Aber mit der Zeit haben sie gesehen, dass ich meinen Weg gehe und damit erfolgreich bin. Heute wissen alle Bescheid, und ich bin froh, ehrlich leben zu knnen.
Erlebst du innerhalb der queeren Szene auch Druck oder Erwartungen, einem bestimmten Ideal zu entsprechen?
Ja, definitiv. Gerade als schwuler Creator ist der Druck, bestimmten Krperidealen oder sexuellen Rollenbildern zu entsprechen, manchmal sprbar. Ich versuche, dem nicht blind zu folgen, sondern bei mir zu bleiben. Aber es wre gelogen zu sagen, dass das immer leicht fllt.
Inwiefern ist dein Umgang mit Sexualitt heute ein anderer als vor deiner Arbeit als Creator?
Ich bin heute viel selbstbewusster im Umgang mit meiner Sexualitt. Frher war ich eher unsicher, jetzt habe ich gelernt, mich selbst zu akzeptieren und meine Grenzen klar zu kommunizieren. Sexualitt ist fr mich kein Tabu mehr.
Wie viel Geld kann man als schwuler Creator im Monat verdienen?
Das ist sehr unterschiedlich, je nachdem wie viel Zeit, Energie und Strategie man investiert. Ich verdiene mittlerweile im fnfstelligen Bereich pro Monat eine Summe, fr die ich sehr dankbar bin. Aber das kam nicht ber Nacht, sondern durch jahrelangen Aufbau meiner Community.
Wie gehst du mit der ffentlichen Wahrnehmung und eventuellen Vorurteilen gegenber deinem Beruf um? Welche Vorurteile nimmst du wahr?
Ich begegne Vorurteilen mit Offenheit. Viele denken, man sei oberflchlich oder verzweifelt, wenn man in diesem Bereich arbeitet dabei steckt dahinter sehr viel Professionalitt und Mut. Ich versuche, durch mein Auftreten zu zeigen, dass man auch in dieser Branche mit Haltung arbeiten kann.
Du bist aktuell in einer Beziehung. Wie beeinflusst deine Arbeit als Content Creator diese? Gibt es bestimmte Vereinbarungen oder Grenzen, die ihr gesetzt habt?
Meine Beziehung basiert auf Vertrauen und Kommunikation. Natrlich sprechen wir offen ber Grenzen und was fr uns beide okay ist. Es gibt klare Vereinbarungen, und ich binde meinen Partner auch nicht ungefragt in meine Arbeit ein. Die Balance zu finden, braucht Arbeit aber sie ist mglich.
Wie reagiert dein Partner auf deine Arbeit?
Er untersttzt mich und sieht, wie viel Herzblut ich in meine Arbeit stecke. Klar, es gibt Momente, in denen es auch Diskussionen gibt, aber insgesamt wei er, dass ich mich nicht verstelle und ehrlich zu ihm bin. Das schafft Vertrauen.
Gab es Situationen, in denen deine Arbeit zu Spannungen oder Missverstndnissen in der Beziehung gefhrt hat?
Ja, das kam vor vor allem, wenn Grenzen nicht ganz klar waren oder wenn von auen Meinungen auf uns eingewirkt haben. Aber wir lernen stndig dazu, sprechen ehrlich miteinander und finden gemeinsam Lsungen.
Wie siehst du die Reprsentation von queeren Menschen auf Plattformen wie OnlyFans oder BestFans? Gibt es Verbesserungsbedarf?
Die Sichtbarkeit queerer Creator ist auf solchen Plattformen grundstzlich besser als in vielen anderen Medien. Aber es gibt immer noch Stereotype und Ungleichheiten z. B. wer erfolgreich wird oder wie Diversitt gezeigt wird. Es braucht mehr Vielfalt und echte Geschichten.
Hast du das Gefhl, dass deine Arbeit zur Sichtbarkeit und Akzeptanz der LGBTI-Community beitrgt?
Ja, ich denke schon. Ich zeige, dass queere Sexualitt selbstbewusst, sthetisch und respektvoll gelebt werden kann. Viele Follower schreiben mir, dass ich ihnen Mut gemacht habe, zu sich zu stehen. Das ist fr mich ein schner Nebeneffekt meiner Arbeit.
Welche Ratschlge wrdest du anderen schwulen Mnnern geben, die eine hnliche Karriere anstreben?
Seid euch ber eure Motive klar, kennt eure Grenzen und investiert in Qualitt und Community-Aufbau. Es geht nicht nur ums Aussehen, sondern auch darum, eine echte Verbindung aufzubauen. Und: Lasst euch nicht verbiegen. Authentizitt zahlt sich langfristig aus.
Wie gehst du mit dem Gedanken um, dass Inhalte im Internet dauerhaft verfgbar sein knnen?
Das ist ein Punkt, den ich mir von Anfang an bewusst gemacht habe. Ich stehe hinter dem, was ich verffentliche. Trotzdem bin ich achtsam mit dem, was ich zeige, und habe fr mich klare Linien, die ich nicht berschreite.
Wie verbringst du deine freie Zeit?
Ich liebe es, in Berlin unterwegs zu sein sei es bei queeren Events, in Galerien oder einfach mit Freunden im Park. Ich versuche, mir regelmig Auszeiten zu nehmen, zu reisen, Sport zu machen oder mich kreativ auszuprobieren, abseits von Social Media.
Du lebst in Berlin einer Stadt, die oft als besonders sexpositiv und offen gilt. Wie erlebst du persnlich die Atmosphre dort in Bezug auf Sexualitt und queeres Leben?
Berlin ist fr mich ein Ort der Freiheit. Hier kann man so sein, wie man ist ohne sich verstecken zu mssen. Die Stadt lebt von ihrer Diversitt und Offenheit. Gleichzeitig gibt es auch hier Herausforderungen, zum Beispiel wenn queeres Leben kommerzialisiert wird oder sich neue Normen bilden. Aber insgesamt ist es ein inspirierender Ort.
Links zum Thema:
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