Erzbistum Kln bedrngte Lehrer wegen Regenbogen-Hoodie
Am Montag sorgte ein vom Erzbistum Kln ausgeprochenen Regenbogenverbot bei der Erffnungsfeier des Ezbischflichen Bildungscampus Kln-Kalk fr Aufregung und Proteste (queer.de berichtete). Bei der Feier war auch der fr seine Queerfeindlichkeit berchtigte Kardinal Rainer-Maria Woelki anwesend.
Laut einem Artikel des «Klner Stadtanzeigers» knnte hinter der Anti-Regenbogen-Aktion System stecken. Die Regionalzeitung berichtete von einem weiteren Vorfall, der sich im Dezember am (staatlich gefrderten) katholischenKardinal-Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel zugetragen haben soll. Ein Lehrer hatte damals zur 60-Jahr-Feier, bei der Woelki ebenfalls anwesend war, einen Kapuzenpullover mit Regenbogendesign getragen und soll deswegen von seinen Vorgesetzen erheblich unter Druck gesetzt worden sein.
Fhrungsetage will Lehrer wegen Regenbogen-Hoodie «im Auge behalten»
So sei der Lehrer eine Woche nach der Feier vom Bereichsleiter fr die katholischen Schulen im Erzbistum einbestellt worden. Bei dem Treffen sei ihm gedroht wurden er sei etwa gefragt worden, ob er den Schuldienst «quittieren» wolle und wie die Kirche ihm behilflich sein knne. Schlielich habe er durch seine Bekleidung nur provozieren wollen und der Schule erheblichen Schaden zugefgt. Der Bereichsleiter drohte demnach, man werde den Lehrer knftig «im Auge behalten». Der ebenfalls anwesende Anwalt des Lehrer besttigte gegenber dem «Stadt-Anzeiger» diese Darstellung.
Der Lehrer uerte sich schockiert ber die Drohkulisse: «Ich hatte und habe tatschlich kein Problem mit dem Regenbogenpulli, den ich auch nach dem Gesprch getragen habe», erzhlte er. «Ich sehe darin nichts Falsches, und ich verstehe nicht, wie das Bistum aus einem so positiv besetzten Symbol so viel negativen Druck auf Mitarbeitende ableiten kann.» Er selbst sehe in dem Regenbogen ein «urbiblisches» Symbol fr Toleranz und Menschlichkeit.
Wenn im Namen der katholischen Kirche, Menschen bedroht und diskriminiert werden, weil sie das Regenbogen Symbol zeigen-…
Kardinal Woelki ist fr seine erzkonservative Linie in Kln bekannt so lehnten er und die anderen Klner Bischfe etwa 2022 ein fortschrittliches Grundlagendokument zur Sexualethik ab (queer.de berichtete). Unter Glubigen ist Woelki unbeliebt, auch weil er in den letzten Jahren die Aufklrung sexueller bergriffe durch Priester behindert haben soll. Dies hatte zuletzt juristische Konsequenzen: Erst im Frhjahr diesen Jahres musste der Kardinal 26.000 Euro an eine wohlttige Organisation bezahlen, um ein Verfahren wegen fahrlssiger Falschaussagen in Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall beizulegen. Bei einer Umfrage vor drei Jahren sprachen sich mehr als 80 Prozent der Klner Katholik*innen fr eine Absetzung Woelkis aus.
Viele der Gemeinden widersetzen sich inzwischen Woelki ffentlich: So hingen in ganz Kln zur CSD-Saison Regenbogenfahnen an katholischen Kirchen im Stadtgebiet mit Erlaubnis der jeweiligen Pfarrer. Bereits 2021 protestierten viele Gemeinden mit den Regenbogenfahnen auch gegen das Segnungsverbot fr gleichgeschlechtliche Paare, das Woelki stets verteidigt hatte (queer.de berichtete). (cw)
