EU-Agentur: Anstieg der Gewalt gegen intergeschlechtliche Menschen «alarmierend»
Intergeschlechtliche Menschen in der EU sind einem Bericht zufolge zunehmend Gewalt und Belstigungen ausgesetzt. Das Ausma sei «alarmierend», erklrte die EU-Agentur fr Grundrechte (FRA) mit Sitz in Wien in dem am Mittwoch verffentlichten Bericht (Webseite, PDF) auf Grundlage einer Online-Umfrage unter 1.920 intergeschlechtlichen Menschen in 27 EU- und drei Westbalkanlndern (Albanien, Nordmazedonien und Serbien) aus dem Jahr 2023.
«Intersexuelle Menschen in der EU sind in alarmierendem Ausma von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt betroffen», erklrte FRA-Direktorin Sirpa Rautio. Jede dritte befragte Person habe angegeben, in den fnf Jahren vor der Umfrage krperlich oder sexuell angegriffen worden zu sein. Dies stelle einen drastischen Anstieg im Vergleich zu einer vorherigen Umfrage aus dem Jahr 2019 dar. Die FRA-Direktorin forderte «dringende Manahmen» ein.
Intersex people in the EU face alarming levels of violence, harassment & discrimination, finds a new @EURightsAgency report.
We call on EU countries to protect them from hate & medical interventions without consent.
Find out more: https://t.co/Iasw2YGFMo pic.twitter.com/a6Xaoz0Tv0
Knapp 70 Prozent der Teilnehmenden machten die negative Haltung und den negativen Diskurs von Politiker*innen und politischen Parteien fr den Anstieg verantwortlich. Die FRA prangerte zudem ein «Klima zunehmender oder anhaltender Intoleranz» sowie Hasskampagnen in Onlinediensten sowie im ffentlichen Raum an. «Solche Kampagnen verbreiten Falschinformationen und schren Hass und Gewalt» gegen intersexuelle Menschen, betonte die FRA.
Verglichen mit der Allgemeinbevlkerung als auch auch anderen queeren Umfragegruppen litten intergeschlechtliche Menschen berproportional unter Diskriminierung, Gewalt, Obdachlosigkeit, Problemen beim Zugang zur Gesundheitsversorgung und psychischen Problemen, so der Bericht. Auch dchten viele an einen Suizid.
Im Rahmen der EU LGBTIQ Survey III waren 2023 insgesamt ber 100.000 queere Menschen befragt worden. Erste allgemeine Ergebnisse hatte die Grundrechteagentur bereits 2024 verffentlicht (queer.de berichtete). In diesem Bericht tauchten intergeschlechtlichen Personen sowohl in diesem Merkmal als auch zu ihren unterschiedlichen Selbstbeschreibungen bei sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identitt auf. Der neue Bericht schlsselt das nher auf so bezeichneten sich etwa 17,3 Prozent der intergeschlechtlichen Personen als asexuell und geht auf viele Details zu ihnen ein. (cw/AFP)
