Ex-Fuballer Urban: «Es gibt auch schwule Paare in der Bundesliga»
3 mins read

Ex-Fuballer Urban: «Es gibt auch schwule Paare in der Bundesliga»

Der schwule Ex-Jugendnationalspieler Marcus Urban hofft auch nach dem gescheiterten Gruppen-Coming-Out weiter auf mehr Profifuballer, die offen mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen. «Es gibt auch schwule Paare in der Bundesliga, und zwar sehr nette, sehr hbsche. Und vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem sie sich outen», sagte der frhere Amateurspieler von Rot-Wei Erfurt in einem von der «Bild»-Zeitung (Bezahlartikel) gedruckten Auszug aus dem am 18. August erscheinenden Buch «Mensch Fuballstar» (Amazon-Affiliate-Link ) von Sportjournalist Andreas Bni.

Der 54 Jahre alte Urban hlt auch weiterhin homophobe Aussagen fr einen der Grnde fr die Zurckhaltung. Wie zum Beispiel von Kevin Behrens. Der frhere Wolfsburg-Profi sorgte fr einen Eklat, weil er sich weigerte, ein Trikot in Regenbogenfarben zu unterschreiben und kommentierte dies mit der homophoben uerung: «So eine schwule Scheie unterschreibe ich nicht» (queer.de berichtete). Spter bat er um Entschuldigung.

Urban: «Viele Frauen rollen mit den Augen»

Urban halte es fr widersprchlich, dass im Gegensatz zu den Mnnern «lesbisch zu sein im Frauenfuball meistens kaum noch ein Problem» ist. «Viele Frauen rollen mit den Augen und langweilen sich bei dem Thema. Die gleiche Langeweile wollen wir bei den Mnnern erreichen. Dass jeder sagen kann: ‚Das hier ist mein Partner. Das ist unser Kind'», sagte Urban.

Viele Profis htten sich mittlerweile in Gruppen zwischen 20 und 40 Leuten organisiert. «Es ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Viele sind einsame Wlfe, machen ihr eigenes Ding und von vielen wissen wir noch gar nicht», sagte der Ex-Spieler.

Urban attackiert Spieler-Berater*innen

ber den Grund des Versteckspiels schrieb Urban, dass oft Angst den Mut schlage: «Die Angst resultiert daraus, den Job zu verlieren, den Ruf zu verlieren. Die Leute um die Spieler herum, die ihnen einreden, sie sollten sich nicht outen, sie sollten nicht frei leben, damit sie weiter Geld verdienen.» Er kritisierte einige Spieler-Berater*innen, die eher ihre eigenen Vorteile pflegten.

Urban organisierte im vergangenen Jahr ein Gruppen-Coming-out im Profifuball. Doch am 17. Mai wagte sich niemand vor (queer.de berichtete). «Am Ende traute sich aber keiner. Es gibt in ihrem Umfeld noch zu viele Menschen, die ihnen davon abgeraten haben», sagte Urban. Darunter seien Medienanwlte, Berater und Familienangehrige, die im Geld und Ruhm der Profis baden wrden und falsch verstandene Pseudo-Frsorge sowie eigene ngste auf die Spieler bertragen.

Urban war Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre ein Nachwuchs-Mittelfeldspieler fr Rot-Wei Essen und spielte in der Jugendnationalmannschaft der DDR. Er erhielt sogar 1990 einen Amateurvertrag aber eine voll professionelle Laufbahn kam nie zustande, da er seine Karriere 1991 beendete, um dem Druck zu entkommen, seine Homosexualitt im Fuball verstecken zu mssen, wie er nach seinem Coming-out im Jahr 2007 berichtete (queer.de berichtete). Dabei erzhlte er auch, wie stressig es sei, einen Heterosexuellen zu spielen es gbe etwa Scheinheiraten oder Vorzeigefrauen fr offizielle Anlsse. Heute arbeitet der 54-Jhrige als Diversity- und Persnlichkeitscoach sowie als Aktivist gegen Homophobie im Sport. (dpa/cw)

Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthlt Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de untersttzen: Kommt ber einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhht sich dadurch nicht.