Fehlende «Geschlechtertests»: World Boxing schliet Frankreich aus
Der Weltverband World Boxing hat das Frauenteam Frankreichs von der Weltmeisterschaft in Liverpool ausgeschlossen, weil der franzsische Verband den «Geschlechtertest» nicht rechtzeitig vorgelegt hatte. Die WM ist am Donnerstag in der englischen Stadt gestartet. Die franzsischen Boxerinnen Romane Moulai (bis 48 kg), Wassila Lkhadiri (bis 51 kg), Melissa Bounoua (bis 54 kg), Sthlyne Grosy (bis 57 kg) und Malys Richol (bis 65 Kilo) sind zwar in Liverpool angekommen, wurden dort aber ber ihre Disqualifikation informiert.
Der Hintergrund: Im Rahmen der Trans-Panik im Boxsport forderte der neue vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte Weltverband im Vorfeld der WM «Geschlechtertests». Dies fhrte dazu, dass Olympiasiegerin Imane Khelif, die sich gegen die Tests wandte, nicht starten durfte. Die Algerierin hat inzwischen vor dem Sportgerichtshof gegen den Ausschluss geklagt (queer.de berichtete).
Auch Lin Yu-Ting nicht dabei
Auch Olympiasiegerin Lin Yu-Ting, der wie Khelif vorgeworfen wurde, ein Mann zu sein, wird nicht an der WM teilnehmen. Ihr taiwanischer Verband erklrte, die Athletin habe zwar einen Test durchgefhrt und der Verband habe ihn bermittelt, aber dann von World Boxing keine Besttigung erhalten. Deshalb knne man der Federgewichtlerin nicht erlauben, «ohne jegliche Garantie nach Grobritannien zu reisen».
Die Franzsinnen drfen aus rechtlichen Grnden nicht teilnehmen: In Frankreich sind derartige Geschlechtstest, wie World Boxing sie fordert, nmlich seit 1994 per Gesetz nur in wenigen Ausnahmefllen erlaubt. Der franzsische Verband lie dann die Tests nach der Ankunft in Grobritannien durchfhren, doch die Auswertung dauerte World Boxing zu lang alle Athletinnen wurden disqualifiziert. «Trotz der Garantien, die uns World Boxing gegeben hatte, war das von ihnen empfohlene Labor nicht in der Lage, die Ergebnisse rechtzeitig zu liefern», hie es dazu vom franzsischen Verband.
Frankreichs Box-Verband und Sportministerin Marie Barsacqkritisierten World Boxing scharf. Das Geschehen sei eine «tiefe Ungerechtigkeit», so Barsacq, da die Athletinnen fr ein brokratisches Versagen und eine viel zu spt kommunizierte Regelung bestraft wrden. Der Verband teilte in einer Pressemitteilung mit: «Die franzsische Frauenboxmannschaft wurde zu Unrecht um den Weltmeistertitel gebracht!»
Tests de fminit pour les championnats du monde de boxe: ces tests «sont impossibles en France», indique Marie Barsacq, ministre des Sports pic.twitter.com/rduagfXuhh
World Boxing weist hingegen die Schuld von sich. Der Test liege «in der Verantwortung der nationalen Verbnde», hie es in einer Stellungnahme gegenber der AFP. Den Verbnden sei dies schon vor Monaten mitgeteilt worden. (cw)
