Florida bermalt Gedenk-Zebrastreifen fr Opfer des «Pulse»-Attentats
In Orlando im US-Bundesstaat Florida ist ein Regenbogen-Zebrastreifen zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf den Nachtclub «Pulse» bermalt worden. Berichten zufolge entfernten am frhen Donnerstagmorgen Mitarbeitende des Florida Department of Transportation die Farben des bergangs, ohne Vorankndigung.
«Wir sind erschttert darber, dass der Bundesstaat ber Nacht den ‚Pulse‘-Gedenk-Zebrastreifen () bermalt hat», teilte Brgermeister Buddy Dyer auf der Plattform X mit. Orlando werde die 49 Menschen, die 2016 bei dem Angriff auf den queeren Club gettet wurden, jedoch weiterhin ehren, betonte der Demokrat. Der Angreifer reklamierte damals eine Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS).
Dyer, der die Regenbogenbemalung im Oktober 2017 veranlasste (queer.de berichtete), schrieb von einer «grausamen politischen Aktion». Die Manahme sei «vorschnell» erfolgt ohne jede Datengrundlage oder ffentliche Diskussion. Ein berlebender des Attentats erklrte, es sei ein Zeichen der Solidaritt «ausgelscht» worden. Der Bundesstaat habe damit das Andenken an die Toten entweiht, schrieb Brandon Wolf bei X. Am Donnerstag versammelten sich hunderte Menschen vor dem «Pulse». Einige von ihnen malten den Zebrastreifen wieder in Regenbogenfarben aus.
Orlando recolors the Pulse Memorial Sidewalk Rainbow after DeSantis paved over it. We are Orlando Strong and no one can ever erase the LGBTQIA+ Community pic.twitter.com/NLS7pOz1xQ
Whrend die Stadt Orlando demokratisch regiert ist, wird der Bundesstaat Florida von dem republikanischen Gouverneur Ron DeSantis gefhrt. Dieser schrieb ebenfalls bei X, man werde es «nicht zulassen, dass die Straen unseres Bundesstaats fr politische Zwecke missbraucht werden».
Regenbogen-Zebrastreifen entstand in Abstimmung mit Bundesstaat
In vielen US-Stdten sind in den vergangenen Jahren bunte Straenbemalungen entstanden oft, um an Opfer von Gewalt zu erinnern oder als sichtbares Zeichen der Untersttzung fr Minderheiten wie mit dem Regenbogen der queeren Community.
Das US-Verkehrsministerium unter dem neuen Prsidenten Donald Trump hatte die Bundesstaaten jngst im Rahmen einer neuen Initiative angewiesen, strker auf einheitliche und klar erkennbare Straenmarkierungen zu achten. Ziel der Kampagne sei es demnach, Ablenkungen fr Autofahrer zu verringern und Unflle zu vermeiden.
Kritiker verweisen allerdings auf eine Studie der Bloomberg-Stiftung, die gegenteilige Ergebnisse nahelegt: Demnach knnen knstlerisch gestaltete Zebrastreifen die Sicherheit sogar erhhen, weil Autofahrer eher abbremsen und hufiger Vorfahrt gewhren. Brgermeister Dyer betonte mit Blick auf den Zebrastreifen in Orlando, die Stadt habe diesen in Abstimmung mit dem Bundesstaat angebracht und nationale Standards eingehalten. Die Regenbogen-Bemalung habe die Sicherheit fr Fugnger verbessert.
Republikaner wollen Kulturkampf statt Solidaritt
Trumps Verkehrsminister Sean Duffy hatte zu der Initiative klar betont, es gehe um die Entfernung von politischen Botschaften von Straenmarkierungen und -schildern: «Straen dienen der Sicherheit, nicht politischen Botschaften oder Kunstwerken.» Letztlich wirkt das Regenbogenverbot wie ein Teil des queerfeindlichen republikanischen Kulturkampfes.
Ein Kulturkampf, den Gouverneur Ron DeSantis gerne aufgriff. Er unterzeichnete ein Gesetz, in dem es laut dem regionalen Verkehrsminister Jared Perdue darum gehe, «unsere Transporteinrichtungen frei und sauber von politischen Ideologien» zu halten. Seitdem hatte der Bundesstaat Druck auf Stdte ausgebt, Regenbogen-Zebrastreifen zu entfernen. Im Juli folgte dem etwa West Palm Beach und verlegte den Regenbogen von Straenkreuzungen in einen Park.
Whrend sich einige Stdte weiter weigerten, Regenbogenzebrastreifen zu entfernen, forderte das DeSantis-Verkehrsministerium Key West und Delray Beach vor wenigen Tagen in einem Brief auf, dies bis Anfang September zu erledigen obwohl bei letzterer Stadt der Rat einen gegenteiligen Beschluss gefasst hatte. In einem Artikel Anfang der Woche hatte das queere US-Magazin «Advocate» geschrieben, dass noch keine Schreiben an Miami Beach, Fort Lauderdale und Orlando verfasst wurden, obwohl man dort nocht nichts entfernt habe, und befrchtet, der «Pulse»-Regenbogen knnte als nchstes dran sein. (cw/dpa)
