Haftstrafe fr Fuballtrainer wegen Missbrauchs gefordert
In dem Prozess gegen einen ehemaligen Jugend-Fuballtrainer im Main-Taunus-Kreis wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes sowie mehrerer Jugendlicher hat die Staatsanwltin eine Haftstrafe von achteinhalb Jahren beantragt. Dabei solle der kokainabhngige Mann ber einen gewissen Zeitraum in einer Entziehungsanstalt untergebracht und dort therapiert werden, sagte die Anklagevertreterin im Frankfurter Landgericht.
Der Rechtsanwalt des 28-Jhrigen pldierte fr eine Haftdauer von hchstens fnf Jahren und neun Monaten, inklusive einer Therapiezeit von mindestens zwei Jahren. Das Urteil soll an diesem Freitag verkndet werden, dem 29. Geburtstag des Angeklagten.
Der schlanke Mann mit den dunklen Haaren hrte sich die Pldoyers grtenteils mit gesenktem Kopf an. Als die Rechtsanwltin einer der mutmalich missbrauchten Jungen zu ihm sagte: «Er hat zu ihnen aufgeblickt, sie waren der tolle Trainer», begann er zu weinen. Er knne «nicht in Worte fassen, wie sehr es mir leidtut», sagte er in seinem letzten Wort, das allen Angeklagten nach den Pldoyers und vor der Verkndung des Urteils zusteht.
Seit fast einem Jahr sitzt er in Untersuchungshaft, zum Prozessauftakt gestand er die Taten zum groen Teil. Die Staatsanwltin machte in ihrem Pldoyer jedoch keinen Hehl daraus, dass sie ihm seine Erklrung nicht abnahm, er habe «in einer Blase» gelebt und nichts von dem Widerstand der Jungen bemerkt. Sein Vorgehen sei «lehrbuchmig» gewesen, sagte sie. Zunchst habe er Vertrauen aufgebaut, dann die Jungen von ihrem Umfeld emotional abgegrenzt, sie beschenkt, berhrt und schlielich missbraucht.
Insgesamt wirft ihm die Anklage den Missbrauch von fnf Jungen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren in den Jahren 2019 bis 2024 vor. Er soll sie im Rahmen seiner Ttigkeit als Fuballtrainer kennengelernt und etwa im Auto oder der Wohnung eines Freundes in Eschborn missbraucht haben. Einige von ihnen soll er zuvor mit Drohungen dazu gezwungen haben, Kokain zu nehmen. (cw/dpa)
