Hessen: Zahl queer­feindliche Straftaten steigt um 63 Prozent
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Hessen: Zahl queer­feindliche Straftaten steigt um 63 Prozent

Die Zahl der als queer­feindlich registrierten Straftaten in Hessen ist von 83 Fllen im Jahr 2023 auf 135 Flle 2024 gestiegen. Das bedeutet einen Anstieg um 63 Prozent. Diese Zahlen gehen aus der Antwort auf einer grnen Kleine Anfrage der grnen Landtagsfraktion an die schwarz-rote Landesregierung hervor (PDF). 2022 waren nur 50 Flle erfasst worden, im Jahr zuvor gar nur 34.

«Dieser deutliche Anstieg innerhalb eines Jahres ist alarmierend. Staat und Gesellschaft sind aufgerufen, alles dafr zu tun, dieser Entwicklung entgegenzutreten», erklrte das Landesinnenministerium in seiner Antwort. Es versicherte: «Die Landesregierung sowie die Sicherheits- und Strafverfolgungsbehrden stehen an der Seite derjenigen, die von Ausgrenzung, Hass und Gewalt betroffen sind, und gehen entschieden gegen jede Form queer­feindlicher Bedrohung vor.» Die Polizei habe bereits frh auf die Situation reagiert, heit es weiter. Zudem betonte das Innenministerium: «berfhrte Tter mssen eine deutliche Antwort des Rechtsstaates erhalten.»

Grne kritisieren «strukturelle Defizite»

Andreas Ewald, der queerpolitische Sprecher der grnen Landtagsfraktion, kritisierte am Donnerstag, es gebe «strukturelle Defizite hin, die behoben werden mssen». Dafr wies er etwa auf die Aufklrungsquote hin, die laut der Landesregierung lediglich 34 Prozent betrage. Insbesondere sei zu kritisieren, dass «ein ganzheitliches Konzept zum Schutz und zur Untersttzung der Betroffenen» fehle. «Die Betroffenen-Perspektive bleibt nahezu unbercksichtigt und konkrete Untersttzungsstrukturen fr Opfer queerfeindlicher Gewalt werden nicht genannt», so Ewald.

Zuletzt gab es insbesondere aus Frankfurt, der mit Abstand grten Stadt des Bundeslandes, Berichte ber vermehrte bergriffe. Erst letztes Wochenende nahm die Frankfurter Polizei einen alkoholisierten Mann fest, der zwei Mnner auf Grund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt haben soll und einen der beiden leicht verletzte (queer.de berichtete). (dk)