Jetzt ist es offiziell: Homophober Rapper Bushido ist Teil der DSDS-Jury
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Jetzt ist es offiziell: Homophober Rapper Bushido ist Teil der DSDS-Jury

Lange hatte es sich angedeutet, am Dienstagmorgen kam die Besttigung von RTL: Der 46-jhrige Deutsch-Rapper Bushido wird in der Jury von «Deutschland sucht den Superstar» neben Dieter Bohlen Platz nehmen. Ebenfalls Teil des neuen Teams ist Ballermann-Star Isi Glck («Mallekind»). Bereits vor ber einem halben Jahr hatte die «Bild»-Zeitung darber berichtet, dass Bushido Teil der DSDS-Jury in der 22. Staffel der Casting-Show werden soll (queer.de berichtete).

Die Personalie drfte fr Aufmerksamkeit fr die Show sorgen, deren Einschaltquoten in den letzten Jahren steil nach unten gegangen sind. Bushido hatte schlielich immer wieder mit aggressiven Texten gegen ihm unliebsame Minderheiten gehetzt etwa ber seine Hoffnung auf einen Anschlag auf jdische Menschen («Ich mach ein Anschlag auf dich wie in Tel Aviv Wenn ich will, dann seid ihr alle tot, ich bin ein Taliban»). Lange Jahre machte er aber vor allem aus seinem Hass gegen Homosexuelle keinen Hehl so rappte er etwa bereits 2005 «Ihr Tunten werdet vergast». Im Lied «Berlin» heit es: «Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel».

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Jetzt gibt er sich in einer RTL-Pressemitteilung betont handzahm: «DSDS hat Generationen geprgt wir alle erinnern uns an diese Momente, die ins Herz gegangen sind. Oder einfach an coole und skurrile Typen», so Bushido im PR-Sprech. «Jetzt selbst Teil dieser Jury zu sein, ist fr mich mehr als nur Show. Es ist eine Ehre.»

«Ihr seid Lesben? Ihr wurdet einfach nicht ordentlich durchgefickt»

Bushido zeigte nicht nur in seinem Texten seine Queerfeindlichkeit, sondern auch im realen Leben: 2007 streckte er LGBTI-Aktivist*innen, die gegen ihn demonstrierten, den Mittelfinger entgegen und das ausgerechnet bei einem Anti-Gewalt-Konzert. Dazu sagte er: «Die Wichser knnen demonstrieren, sich aufhngen ich schei drauf» (queer.de berichtete). Wenige Jahre spter pbelte er CSD-Teilnehmende in Kreuzberg an. Die «taz» zitierte ihn unter anderen mit dem Spruch: «Ihr seid Lesben? Ihr wurdet einfach nicht ordentlich durchgefickt» (queer.de berichtete).

Trotz dieser Aktionen war Bushido auch im Mainstream populr. Er wurde etwa 2007 vom grnen Bundestagsabgeordneten und heutigen Parteivorsitzenden Omid Nouripour vor seinem «Anti-Gewalt»-Auftritt verteidigt (queer.de berichtete). Starproduzent Bernd Eichinger verfilmte sogar 2010 Bushidos Autobiografie «Zeiten ndern sich» mit einer Starbesetzung (Moritz Bleibtreu, Elyas M’Barek, Hannelore Elsner, Katja Flint, Uwe Ochsenknecht, Karel Gott).

In den letzten Jahren arbeitete er vermehrt mit RTL zusammen: So wurde 2022 die Dokusoap «Bushido RESET» auf RTL+ gezeigt. Zuletzt gab sich Bushido auch mit uerungen wie «Mir doch egal, wenn du als Typ mit anderen Typen vgelst» betont weltoffen (queer.de berichtete). Von seinen queerfeindlichen Liedern und Tiraden hat er sich nie distanziert und sich nicht dafr entschuldigt vielmehr profitiert er noch heute von Einnahmen durch diese Hass-Songs.

Im Dezember 2022 scheiterte Bushido vor dem Bundesverfassungsgericht mit einer Beschwerde gegen die Indizierung seines Albums «Sonny Black», in dem es u.a. heit «Du Schwuchtel wirst hier ausradiert». Er sei nicht in seiner Kunstfreiheit verletzt, erklrte das Gericht in Karlsruhe (queer.de berichtete). Das Album war 2014 erschienen und wurde 2015 von der Bundesprfstelle fr jugendgefhrdende Medien auf den Index gesetzt, weil die Texte verrohend wirkten, einen kriminellen Lebensstil verherrlichten sowie Frauen und queere Menschen diskriminierten.

Die 22. Staffel von DSDS soll erst im Frhjahr 2026 ausgestrahlt werden. Dieter Bohlen lie in der RTL-Pressemitteilung bereits verlautbaren, dass er einen Konfrontationskurs zu Bushido plant:»Bushido und ich werden auf jeden Fall vllig verschiedene Meinungen zu gewissen Musikgenres haben», so der von RTL zum «Pop-Titan» ernannte Entertainer. (cw)