Junge Union wettert gegen queere Ampelprchen
Der Lneburger Stadtrat hat am vergangenen Donnerstag laut der «Landeszeitung fr die Lneburger Heide» (Bezahlartikel) mit groer Mehrheit die Einrichtung von queeren Ampelprchen beschlossen, um fr Vielfalt zu werben. Doch nicht jeder ist glcklich: Die Junge Union bte scharfe Kritik an dem Beschluss, der auf einen Antrag der Grnen zurckgeht.
«Aus Sicht der Jungen Union Lneburg handelt es sich bei diesem Vorhaben um reine Symbolpolitik, die keinen Beitrag zur tatschlichen Frderung von Gleichberechtigung in Lneburg leistet», erklrte der JU-Kreisvorsitzende Arwed Kster in einer Pressemitteilung. Zwar sei «die Frderung einer individuellen Lebensfhrung aller Menschen» ein wichtiges Anliegen, allerdings sollte dieses nicht durch «gestalterische Eingriffe in den ffentlichen Raum erreicht» werden. «Symbolische Vorhaben wie die Einfhrung von Ampelmnnchen verschiedener Geschlechterkombinationen lenken vielmehr von den tatschlichen Herausforderungen der Gleichstellungspolitik ab», behauptete Kster.
«Drngende Probleme» wichtiger als Queerpolitik
Statt mit queeren Ampel sollte sich die Stadtpolitik mit den «drngenden Problemen» beschftigen: «Ein solider Haushalt, der die Zukunftsfhigkeit speziell der jungen Generation sichert, eine Verkehrsinfrastruktur, welche nicht den Individualverkehr mit dem Auto nicht ausschliet und eine Lsung der untragbaren Zustnde [wegen Drogenkriminalitt] am Sande wren ein Anfang.» Queere Rechte oder den Kampf gegen queerfeindliche Gewalt nannte Kster dabei nicht als eines der Probleme.
Queerfeindliche Attacke auf JU-Schatzmeister letzten Herbst
Noch im vergangenen November war in Lneburg ein Politiker der Jungen Union, JU-Schatzmeister Simon Schmidt, in einem offenbar homosexuellenfeindlich motivierten bergriff attackiert worden (queer.de berichtete). Diesen Vorfall erwhnte Kster in seiner neuen Mitteilung nicht.
Die Junge Union hat sich bereits mehrfach gegen queere Rechte ausgesprochen. Vergangenes Jahr bezeichnete JU-Bundeschef Johannes Winkel in einem Wut-Tweet etwa olympische Boxerinnen, die auf sozialen Medien der Transgeschlechtlichkeit bezichtigt worden waren, als «kranke Mnner» (queer.de berichtete). Sein Vorgnger Tilman Kuban hatte zuvor gefordert, dass nicht Politik fr «laute Minderheiten» gemacht werden drfe, sondern fr die Mehrheit (queer.de berichtete).
Queere Ampelprchen kamen vor zehn Jahren auf
In vielen anderen Kommunen gehren gleichgeschlechtliche Ampelmotive schon lnger zum Stadtbild. Zuletzt wurde sie etwa in Mainz und Hildesheim installiert.
Die Initiative ging von der sterreichischen Hauptstadt Wien aus, die im Vorfeld des Eurovision Song Contest 2015 die ersten derartigen Lichtzeichenanlagen installiert hatte (queer.de berichtete). Das fhrte zu weltweiter Berichterstattung, was Wien dazu brachte, die eigentlich zeitlich begrenzte Aktion fortzusetzen. In Folge galt die Aktion fr viele weitere Stdte auch als vergleichsweise gnstige Werbemanahme, um Schlagzeilen zu generieren und queere Tourist*innen anzuziehen. Die Idee wurde seitdem von mehreren Stdten in Deutschland, Europa und sogar in Australien bernommen. (dk)
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