Katholischer Priester kritisiert CSD als «bunte Darbietung von Perversionen»
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Katholischer Priester kritisiert CSD als «bunte Darbietung von Perversionen»

Der katholische Priester Winfried Abel hat in einem offenen Brief sein Bistum Fulda fr eine zu offene Haltung gegenber queeren Menschen kritisiert. Anlass war ein Schreiben des Generalvikars, also des wichtigsten Stellvertreters des Bischofs, der den Fuldaern CSD-Teilnehmenden Mitte Juli «einen kraftvollen und friedlichen Tag» gewnscht hatte.

Abel, der bis 2014 Pfarrer von St. Andreas in Fulda-Neuenberg war, hlt den CSD generell fr verwerflich: «Sogenannte ‚Pride-Paraden‘ sind Symptome einer sittlich entfesselten Gesellschaft, die die Grenzen des Anstands und der Moral berschritten hat, sie sind eine bunte Darbietung von Perversionen, die Verherrlichung geschmackloser Obsznitten und ein Spektakel des verlorengegangenen Schamgefhls», so der 86-Jhrige. «Das alles unter dem Motto: ‚freie Liebe fr alle‘!»

In dem Brief verglich der Priester auch Homo­sexuelle mit Alkoholkranken: «Wenn ein Alkoholiker um einen Segen bittet, dann mchte er von seiner Sucht befreit werden, aber nicht seinen Alkoholismus gesegnet wissen! Wenn aber ein homo­sexuelles Paar von der Kirche den Segen erbittet, um in seiner Lebensfhrung besttigt zu werden, dann muss die Kirche diesen Segen verweigern!» Wenn sich die Kirche dem Zeitgeist anbiedere, werde sie nicht mehr ernst genommen.

Abel: Segnung von Homosexuellen ist «niveaulos»

Er erklrte, die Kirche sei «niveaulos» geworden, weil die Bischfe den Unterschied «zwischen sexueller, erotischer, freundschaftlicher und gttlicher Liebe» nicht mehr kennen wrden, «sondern undifferenziert alles gutheien und segnen, was unter dem Begriff ‚Liebe‘ daherkommt!» In dem Brief strte sich der katholische Hirte dabei auch ausdrcklich an dem Begriff Pride: «Die erste ‚Pride-Parade‘ war bekanntlich der Auszug des Menschen aus dem Paradies», behauptete er.Pride, also Stolz, stehe «am Anfang der Menschheitsgeschichte als Auslser der Urkatastrophe».

In seinem Statement hatte Generalvikar Martin Stanke zuvor das schwierige Verhltnis zwischen queeren Menschen und der Kirche eingerumt: «Wir wissen, dass die Geschichte unseres Umgangs mit queeren Menschen auch von Verletzungen geprgt ist. Umso mehr wollen wir heute Zeichen setzen fr Wertschtzung, Dialog und Vershnung», schrieb der Theologe. Die Kirche begre es, «wenn Menschen sich fr Vielfalt und ein friedliches Miteinander einsetzen».

Das Bistum reagierte auf die uerungen Stankes zurckhaltend. Auf eine Anfrage der «Osthessen News» teilte die Pressestelle lediglich mit, dass «selbstverstndlich unterschiedliche Sichtweisen in unserer Gesellschaft zulssig sind».

Abel gilt als einer der groen Meinungsmacher innerhalb der Kirche er hat in den letzten Jahren oft in katholischen Medien wie EWTN, K-TV oder Radio Horeb seine konservativen Ansichten verbreitet. Er gilt als scharfer Kritiker der Aufarbeitung von Missbrauchsfllen in der katholischen Kirche, etwa gegen den notorisch homophoben Fuldaer Ex-Bischof Johannes Dyba (1929-2000). In einem vergangene Woche verffentlichten Leserbrief an die «Fuldaer Zeitung» erklrte er: «Diese Bischfe waren ebenso Kinder ihrer Zeit, wie wir es heute sind!» (dk)