Keine queeren Inhalte? Stripe entschuldigt sich fr «Fehlinformation»
3 mins read

Keine queeren Inhalte? Stripe entschuldigt sich fr «Fehlinformation»

Greifen prde amerikanische Zensurgedanken zunehmend auch auf finanzielle Dienstleister ber? Und knnten damit neben expliziten Inhalten fr Erwachsene auch vllig harmlose queere Inhalte ins Fadenkreuz gelangen und ihre Finanzierung verlieren? Was ist mit Zwischenstufen und wer entscheidet? ber entsprechende Sorgen rund um Firmen wie PayPal sowie Kreditkarteninstituten wurde in den letzten Tagen in sozialen Netzwerken debattiert.

Anlass ist, dass der Kundensupport des amerikanisch-irischen Dienstleisters Stripe, der vor allem Zahlungsschnittstellen fr Online-Unternehmen anbietet, mehreren Personen geantwortet haben soll, keine Abwicklungen mehr rund um queeren Content durchzufhren. ber entsprechende mehrfache Antworten berichtete die Adult-Knstlerin Dieselbrain in einem Bluesky-Thread. Dort meldeten sich auch andere Personen zu Wort und berichteten, der Support habe etwa geantwortet, Stripe blockiere den Verkauf von «nicht expliziten, legalen, nicht fr Erwachsene bestimmten LGBT-Inhalten».

Die Journalistin Mady Castigan verffentlichte den Mittschnitt eines Telefonats mit dem Support, wonach entsprechende Inhalte seit einem Monat nicht mehr akzeptiert wrden. Nach Rcksprache ruderte der Support allerings zurck: Das Verbot gelte nur, wenn die Inhalte einen Missbrauch darstellen wrden.

Unternehmen entschuldigt sich

Gegenber der BBC und PinkNews sagte nun ein Stripe-Sprecher, die vom Support-Team verbreiteten uerungen seien «vllig falsch»: «Stripe verbietet den Verkauf von LGBTQ+-Inhalten oder -Waren nicht. Wir prfen dies und stellen sicher, dass zuknftige Anfragen korrekt beantwortet werden.»

Das unter anderem von Elon Musk gesttzte Unternehmen wolle zugleich seit Jahren nicht mit Inhalten fr Erwachsene in Verbindung gebracht werden, schreibt die BBC. So untersagt es in seinen Bedingungen unter anderem eine Nutzung fr Inhalte und Dienstleistungen fr Erwachsene, etwa Prostitution, Sex-Chats oder «Pornografie und andere Inhalte fr ein erwachsenes Publikum (einschlielich Literatur, Bilder und andere Medien), die Nacktheit oder explizite sexuelle Handlungen darstellen».

Zahlungsabwickler gegen Inhale fr Erwachsene

Entsprechende Richtlinien knnen freilich zu einem eigenen Problem werden: Wenn alle Dienstleister Zahlungen zu etwa Online-Erotik bis -Porno bei Diensten wie OnlyFans ablehnen, ist der Betrieb nicht mehr mglich. 2020 strichen Visa und Mastercard die Zusammenarbeit mit PornHub, nachdem Medienberichte dem Pornoportal vorgeworfen hatten, zu wenig gegen Kindesmissbrauch zu unternehmen (was das Unternehmen abstritt). Bei anderen Plattformen wie Patreon, wo etwa Menschen ihre Comics anbieten, knnten die Finanzdienstleister strikte Regularien durchsetzen.

Das war auch der Anlass der Stripe-Debatte: Vor allem dieser Dienstleister soll zusammen mit Kreditkartenfirmen dazu gefhrt haben, dass die Onlinespiele-Plattformen Steam und itch.io im Juli Spiele fr Erwachsene entfernten oder schwerer zugnglich machten. Steam nderte etwa die Geschftsbedingungen, dass Entwickler*innen keine «Inhalte verffentlichen sollten, die mglicherweise gegen die von Steams Zahlungsabwicklern und den zugehrigen Kartennetzwerken und Banken oder Internet-Netzwerkanbietern festgelegten Regeln und Standards verstoen». Vage Definitionen, was Erwachsenen- oder etwa Missbrauchs-Inhalte sind, knnten zu willkrlicher und Selbstzensur fhren, wurde in sozialen Netzwerken debattiert. Auch warnten im Juli einige Nutzer*nnen, das knnte dazu fhren, dass queere Themen als Inhalte fr Erwachsene eingestuft und zensiert werden. (cw)