Klner Erzbistum liebt pltzlich queere Schler*­innen  und schimpft auf Berichterstattung
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Klner Erzbistum liebt pltzlich queere Schler*­innen und schimpft auf Berichterstattung

Das Erzbistum Kln betont, dass queere Schler*­innen an katholischen Schulen nichts zu befrchten htten ganz im Gegenteil: «Die Erzbischflichen Schulen sind geschtzte Rume fr Kinder und Jugendliche. Hier werden Jugendliche, die sich hinsichtlich ihrer geschlechtlichen Identitt anders verstehen als in ihrer Geburtsurkunde angegeben, behutsam begleitet», so das Bistum in einer Presseerklrung vom Montag, in der das Wort «trans» nicht ausgesprochen wurde.

Lehrkrfte und Mitarbeitende gingen «verstndnisvoll, beratend und untersttzend» mit queeren Kindern und Jugendlichen um, so das Erzbistum des queer­feindlichen Kardinals Rainer Maria Woelki. «Respekt, Akzeptanz und ein offener Dialog sind in unseren Schulen selbstverstndlich als Ausdruck eines gelebten christlichen Menschenbildes», heit es weiter. Alle knnten sich «sicher und wertgeschtzt fhlen unabhngig von ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechts­identitt».

Hintergrund sind Berichte ber Queer­feindlichkeit im Erzbistum in der Regionalzeitung «Klner Stadt-Anzeiger». Letzte Woche berichtete das Blatt etwa darber, dass das Erzbistum ein Regenbogenverbot bei der Einweihung des Ezbischflichen Bildungscampus Kln-Kalk erlassen hatte. Dagegen protestierten damals Eltern (queer.de berichtete). Es gab auch weitere Berichte, etwa ber die Drangsalierung eines Lehrers, weil dieser einen Regenbogen-Hoodie getragen hatte (queer.de berichtete). Inhaltlich dementiert das Erzbistum die Vorgnge nicht.

Kirche: Berichterstattung ist «menschenverachtend»

Bereits vor wenigen Tagen hatte die Kirche in einer Pressemitteilung den «Klner Stadtanzeiger» kritisiert: «Ihre Berichterstattung ist menschenverachtend!», warf der Amtsleiter des Erzbistums dem Autor des Artikels vor. «Dass Sie sich nun aber unter dem Vorwand, der Hter der Toleranz zu sein, einzelne Mitarbeiter des Erzbistums herausgreifen, diese namentlich nennen und beschuldigen, stellt den bisherigen Tiefpunkt Ihrer Verffentlichungen dar», heit es darin.Auch hier gab es kein Dementi zu den inhaltlichen Vorwrfen.

Die Kirche lerne aus ihren Fehlern, heit es darin, der Journalist aber nicht. Ihm wurde pauschal vorgeworfen, dass er versuche, die Kirche und den Klner Erzbischof «bei jeder Gelegenheit zu beschdigen».

Erzbistum will Forsa-Umfrage nicht wahrhaben

Auch eine krzlich vom «Stadt-Anzeiger» verffentlichte Forsa-Umfrage, in der die Zustimmungswerte von Woelki nahe null liegen, erklrte das Erzbistum in einer Pressemitteilung zu Fakenews. Indirekt wird dem verantwortlichen Journalisten eine Manipulation der Umfrage vorgeworfen: Verantwortlich fr diese Umfrage sei laut des «durchaus renommierten Forsa-Instituts […] ein Journalist, der sich seit Jahren gezielt mit Negativ-Berichterstattung rund um das Erzbistum Kln befasst», heit es in der Stellungnahme des Erzbistums. Die in der Umfrage genannte Zahlen widersprchen «eindeutig der Wahrnehmung, dass viele Glubige Kardinal Woelki und sein Wirken fr die katholische Kirche und das Erzbistum Kln wertschtzen».

Forsa-Chef Manfred Gllnerhatte die niedrigen Zustimmungswerte fr Woelki als Katastrophe fr das Erzbistum bezeichnet und erklrt:»Ein solches Ergebnis fr eine Spitzenpersnlichkeit haben wir bisher nur einmal gemessen im Jahr 2022, bei Kardinal Woelki selbst.»

Woelki steht insbesondere in der Kritik, weil er in den letzten Jahren die Aufklrung sexueller bergriffe durch Priester behindert haben soll.Erst im Frhjahr diesen Jahres musste der Kardinal 26.000 Euro an eine wohlttige Organisation bezahlen, um ein Verfahren wegen fahrlssiger Falschaussagen in Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall beizulegen. Auch gegen seiner queerfeindliche Haltung gibt es Proteste 2023 feierten Hunderte vor dem Klner Dom etwa demonstrativ ein Segnungsgottesdienstfr gleichgeschlechtliche Paare, die nach Ansicht des Kardinals nicht gesegnet werden drfen (queer.de berichtete). (dk)