Lars Castellucci ist neuer Men­schen­rechts­be­auf­tragter
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Lars Castellucci ist neuer Men­schen­rechts­be­auf­tragter

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci zum Beauftragten der Bundesregierung fr Menschenrechtspolitik und humanitre Hilfe ernannt. Der 51-Jhrige bernimmt den im Auswrtigen Amt angesiedelten Posten von Luise Amtsberg (Grne).

«Die Aufgabe ist gro, denn Menschenrechte geraten zunehmend unter Druck», erklrte Castellucci auf Facebook mit Blick auf seinen neuen Job. «Wir leben in einer Zeit, in der sich das Recht des Strkeren immer fter gegen die Strke des Rechts durchsetzt. Gleichzeitig fragen sich in Zeiten der Unsicherheit viele Menschen in Deutschland: Wozu all dieses internationale Engagement? Sollten wir uns nicht zuerst um die Probleme im eigenen Land kmmern? Doch das eine schliet das andere nicht aus.» Zudem lieen sich viele Probleme nur international lsen.

Dabei formulierte er auch sein Ziel: «Ich mchte dazu beitragen, Menschenrechte wieder als das zu erkennen, was sie sind: Ein groer Schatz. Es geht darum, sie zu bewahren und weiterzuentwickeln.» Er wolle wie auch bisher in seinem politischen Engagement als Menschenrechtsbeauftragter «stark sein fr die Schwachen und laut fr die Leisen».

Stark fr die Schwachen, laut fr die Leisen. Das Bundeskabinett hat mich heute zum Beauftragten der Bundesregierung…

Der aus Nordbaden stammende Castellucci ist Professor fr Nachhaltiges Management und seit 2013 Mitglied des Bundestages. In der vergangenen Legislaturperiode leitete er den Innenausschuss kommissarisch.

Castellucci ist offen homosexuell und lebt in einer festen Partnerschaft. Er berichtete darber, dass seine sexuelle Orientierung in der Vergangenheit ein Problem gewesen sei, da er aus einer christlichen Familie stamme: «Ich selbst bin schwul. Und meine Mutter, die jeden Dienstag in einen Bibelkreis geht, hatte damit zu kmpfen, weil sie glaubte, homosexuelle Handlungen seien Snde», sagte Castellucci 2019 in einem Interview mit dem evangelikalen Medienmagazin «Pro». Castellucci ist selbst evangelisch und beispielsweise Mitglied in der Kammer fr Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In der Vergangenheit war er auch religionspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Castelluccis Vorgngerbeauftragte Luise Amtsberg hatte auch wiederholt queerfeindliche Politik kritisiert. So protestierte sie gegen ein queerfeindliches Gesetz in Uganda (queer.de berichtete).

Das Amt des Menschenrechtsbeauftragten fhrte die rot-grne Regierung 1998 ein. Castellucci ist die neunte Person, die den Posten bernimmt und die erste offen queere Person. (dk)