Nach Hass-Like: Polizei ermittelt gegen Bernd Leno
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Nach Hass-Like: Polizei ermittelt gegen Bernd Leno

Die Klner Polizei hat gegenber «Bild» besttigt, dass sie wegen eines von Fuball-Torhter Bernd Leno gelikten queerfeindlichen Instagram-Videos ermittle (Aktenzeichen 250715-1256-IP7193). «Wir knnen die Anzeige in diesem Fall besttigen und dass der Staatsschutz die Ermittlungen bernommen hat», erklrte ein Polizeisprecher.

Zuvor hatte der bisexuelle Schiedsrichter Pascal Kaiser Anzeige wegen des Videos erstattet sowohl gegen Unbekannt als auch gegen den neunfachen deutschen Nationalspieler. «Es ist schlimm genug, dass solche ekelhaften Videos berhaupt kursieren. Dass jemand wie Leno sie durch seinen Like noch verbreitet und ihnen damit Aufmerksamkeit schenkt, ist fr mich ein weiterer Skandal», erklrte der 26-Jhrige.

Das offenbar mit knstlicher Intelligenz erstellte Video zeigt ein Auto, das in eine Menschenmenge fhrt. Dazu erschien auf Deutsch der Text: «Neuigkeiten: In GTA 6 wird es Pride-Paraden geben. Ich, sobald ich das Spiel betrete.» Bei GTA handelt es sich um das beliebte Videospiel «Grand Theft Auto». Auf dem offiziellen Instagram-Account von Leno wurde das Video mit einem «Gefllt mir!» versehen. Nachdem dies in sozialen Medien die Runde machte, stellte der Spieler des FC Fulham alle seine Kommentare ab und lschte auch Kritik an dem Like (queer.de berichtete).

Kaiser hatte zudem erklrt, dass er Leno in einer persnlichen Nachricht auf die Problematik des Videos hingewiesen habe dieser habe aber nicht reagiert und ihn sogar blockiert. Der Referee forderte eine ffentliche Entschuldigung des Torhters, eine klare Distanzierung durch dessen Verein FC Fulham sowie eine Reaktion des Deutschen Fuballbundes.

Lenos Beratungsagentur: «Er hat Video nie wissentlich geliked»

Inzwischen hat sich auch Lenos Beratungsagentur «fair-sport GmbH» geuert: «Bernd ist ein weltoffener Mensch. Er distanziert sich von dem Video, welches er nie wissentlich geliked hat. Er wird einen Anwalt einschalten und Akteneinsicht verlangen.» Ob eine andere Person das Video mit einem «Like» versehen hat oder ob er auf der Maus ausgerutscht war, wurde nicht mitgeteilt.

Leno spielte bis 2018 fr den Bundesliga-Spitzenverein Bayer Leverkusen, bevor er nach England wechselte: Dort stand er zunchst fr den Londoner Club FC Arsenal zwischen den Pfosten, seit 2022 ist er Torhter des FC Fulham.

In seiner neuen Heimat ist Homosexuellenfeindlichkeit in den Stadien weit verbreitet: Laut einem Bericht der britischen Statistikbehrde gab es in 49 der 380 Erstligaspiele homosexuellenfeindliche Zwischenflle. Zudem werden Toleranzkampagnen von Profis untergraben: So weigerte sich der Sam Morsy, der Kapitn von Ipswich Town, etwa, eine Regenbogen-Kapitnsbinde zu tragen angeblich aus religisen Grnden (queer.de berichtete). Das Team verteidigte seinen homophoben Spieler in einer Pressemitteilung. (cw)