Neues Eurovision-Logo entzweit Fans
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Neues Eurovision-Logo entzweit Fans

«Funkelnde neue Logos, Schriftarten und eine farbenfrohe neue Markenidentitt», so beschreibt die EBU den neuen Auftritt des Eurovision Song Contests, der am Montag auf der Webseite live ging und mit dem man das anstehende Jubilum mit dem 70. Wettbewerbs-Jahrgang rund um die Show im nchsten Mai feiern will.

Der seit 1956 jhrlich ausgestrahlte Wettbewerb (der abgesagte im Corona-Jahr 2020 wird nicht mitgezhlt) entwickelt sich technisch konstant weiter und ndert sich auch ansonsten in vielen Bereichen von Jahr zu Jahr, Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Das On-Air-Design ist einerseits in Absprache mit der jeweils austragenden Sendeanstalt unterschiedlich, andererseits werden einige Grundelemente nur selten verndert.

Dazu zhlt das nun genderte Logo mit ESC-Schriftzug: «Das Hauptlogo wurde berarbeitet, um die ikonische handgezeichnete Schrift, die 2004 eingefhrt und 2014 verfeinert wurde, zu einer einzigen, einzigartigen Marke zu vereinfachen mit einem im Mittelpunkt: dem unverwechselbaren Herz des Eurovision Song Contest, das lauter schlgt als je zuvor», so die EBU.

Neue Schrift und «Chamleon-Herz»

Der gesamte neue Look sei «verspielt und elegant». So wurde auch eine neue «geschmeidige» Schriftart entwickelt und eingefhrt, «Singing Sans», die an vielen Stellen wie dem Showmotto «United by music» auftauchen und mit einem kursiven ‚e‘ an das Logo anknpfen soll.

Prsentiert wurde auch ein neues grafisches Element, das sogenannte «Chamleon-Herz». Es sei «der emotionale Kompass des Eurovision Song Contests» und greife «kulturelle Einflsse, Musik und Bewegung» auf, indem es sich der Identitt des Gastgeberlandes, der Individualitt eines Acts oder einem bestimmten Thema widmet und zugleich «unverkennbar Eurovision» bleibe. Das Herz fr das nchste Jahr bestehe aus 70 Schichten, eine fr jeden Wettbewerb, und solle in einer 3D-Version vor dem Contest im nchsten Jahrr aus sterreich berall sichtbar sein (die Gastgeberstadt, Wien oder Innsbruck, soll am Mittwoch bekannt gegeben werden).

«Beim Eurovision Song Contest ging es schon immer um Entwicklung musikalisch, kulturell und kreativ. Diese Neuauflage wrdigt 70 groartige Jahre und fhrt die Marke in eine spannende Zukunft», sagte ESC-Direktor Martin Green. «Sie ist mutig, verspielt und voller Herz genau wie der Wettbewerb selbst.» Das Logo und neue Erscheinungsbild, entwickelt mit der britischen, bereits fr das Liverpool-2023-Design zustndigen Agentur PALS, solle die ESC-Marke auf digitalen Plattformen klarer darstellen und fr die EBU-Mitglieder weltweit schtzen.

Erinnerung an 70er und Eismarke?

Reaktionen auf die nderungen fielen bei Fans sehr unterschiedlich aus. Vor allem das Hauptlogo spaltet die Gemter: Manche fhlten sich im Schriftzug an eine Eismarke oder einen Zirkus erinnert, andere, im positiven Sinne, an eine Arena. Einige Grafiker hatten Detailkritik, etwa die Nutzung eines kleinen und eines groen ‚E‘ sowie generell von bedeutungsloser Gro-/Kleinschreibung im Logo.

just change the subtitle back to Gotham font and we can talk. #eurovision pic.twitter.com/Vg5oajJMU7

Andere kommentierten, das Logo spiele in der gesamten Show-Optik im Vergleich zu den anderen Elementen kaum eine Rolle und ein Gewhnungseffekt werde ohnehin einsetzen. Und einige forderten, wieder jhrlich neue Slogans einzufhren oder mehr Wert darauf zu legen, «United by music» nach zwei vom ratlosen Umgang mit dem Israel-Gaza-Krieg berschatteten Jahren mit Leben zu fllen. (cw)