Pionierin der feministischen Kunst
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Pionierin der feministischen Kunst

Die Galerie Meyer Riegger in Berlin zeigt ab kommenden Monat Collagen und Gemlde der queeren Malerin Sarah Schumann aus den Jahren 1954 bis 1982.

Schumann (1933-2019) war eine der wichtigsten Knstlerpersnlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit. Ihr Selbstverstndnis war das einer Malerin, sie hat jedoch auch in den Rollen der Grafikerin, Essayistin, Filmemacherin, Schauspielerin und Kuratorin, und vor allem als eine der sichtbarsten Protagonistinnen der Neuen Frauenbewegung in den 1970er Jahren (und darber hinaus) tiefe Spuren im gesellschaftlichen Bewusstsein hinterlassen. Ihre langjhrige Lebenspartnerin Silvia Bovenschen hat ihr 2015 mit «Sarahs Gesetz» ein eindrucksvolles wie einfhlsames literarisches Denkmal gesetzt, Harun Farocki schon 1976 mit «Ein Bild von Sarah Schumann» ein ebenso faszinierendes filmisches.

In den spten 1950er Jahren wird Sarah Schumann (damals noch unter dem Namen Maria Brockstedt) mit elektrisierenden, geradezu «alchemistischen» informellen Gemlden bekannt, die in den vergangenen Jahren in einigen Gruppenausstellungen «wiederentdeckt» wurden. Gleichzeitig zu diesen Gemlden entstehen Schumanns berhmte «Schockcollagen» (1957-64), die ein wichtiges kunsthistorisches Bindeglied zwischen den frheren Collagen Hannah Hchs und den Fotomontagen Grete Sterns sowie den spteren Collagen Martha Roslers bilden und bereits feministische Inhalte ausprgen, wie sie dann im Werk Schumanns der 1970er Jahre dominieren und die Knstlerin als eine der wichtigsten Positionen des feministischen Kunstdiskurses ausweisen. Als eine der Kuratorinnen der bahnbrechenden Ausstellung «Knstlerinnen International 1877-1977» und als Gestalterin vieler Publikationen der Neuen Frauenbewegung in West-Berlin hat Sarah Schumann schon frh feministischen Anliegen in der bildenden Kunst ein Gesicht und eine Stimme verliehen, wobei sie etwa als Autorin der «Schwarzen Botin» allerdings einer losen, wiewohl radikalen Fraktion angehrte, die Gefhligkeit und Identitres scharf kritisierte was ihre Arbeiten auch fr die Gegenwart umso bedeutsamer macht.

Der ehemalige Kunstverleger, Gestalter und Ausstellungsmacher Christoph Keller hat zur Berlin Art Week 2025 in der Galerie Meyer Riegger eine quasi-museale Ausstellung mit vielen Leihgaben aus privaten Sammlungen eingerichtet, von denen die meisten berhaupt zum ersten Mal ffentlich vorgestellt werden, darunter auch etwa 60 Schockcollagen und ca. 15 Gemlde aus den spten 1950er Jahren, die erst vor kurzer Zeit durch einen glcklichen Zufall wieder aufgetaucht sind, mittlerweile restauriert wurden und nun erstmals zusammenhngend in einer Ausstellung prsentiert werden knnen.

Die Ausstellung bei Meyer Riegger Berlin (Schaperstr. 14, Charlottenburg) wird am Donnerstag, den 11. September 2025 um 18 Uhr erffnet und ist dort anschlieend bis zum 1. November 2025 zu sehen. (cw/pm)