«Princess Charming» Vanessa Borck: «Noch nie als queere Frau gedatet»
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«Princess Charming» Vanessa Borck: «Noch nie als queere Frau gedatet»

Vanessa Borck (28), besser bekannt als «nessiontour», wurde durch den gemeinsamen Instagram-Kanal «coupleontour» mit ihrer ehemaligen Partnerin Katharina «Ina» Borck (29) bekannt. Nun startet sie in ein neues Abenteuer: Als «Princess Charming» begibt sie sich ab Dinnerstag in der gleichnamigen lesbischen Datingshow auf RTL+ auf die Suche nach der Richtigen (queer.de berichtete). Am Dienstagabend gab es bereits ein exklusives Screening der ersten Folge in Berlin (queer.de berichtete).

Im Interview spricht die Content Creatorin offen ber das Dating vor der Kamera.

Sie sind die neue «Princess Charming». Wie fhlt sich das an?

Es ist total aufregend, weil die «Princess» eine so besondere Rolle ist. Und dass ich diese Rolle einnehmen darf, ist einfach nur schn. Vor allem als Dating-Neuling, ich war ja sieben Jahre lang in einer Beziehung.

Was hat Ihr Umfeld zu Ihrer Teilnahme gesagt?

Ich habe vielen vorab nichts davon erzhlt. Erstens, weil ich es nicht durfte, und zweitens, weil ich mich nicht beeinflussen lassen wollte. Meiner Mama habe ich es erzhlt, und sie hat sich sehr gefreut. Sie war richtig stolz. Viele meiner Freunde haben es erst erfahren, als ich als «Princess» vorgestellt wurde. Ich habe viele Nachrichten bekommen, wie verrckt das ist und dass sie sich fr mich freuen. Das Feedback war zu 95 Prozent positiv. Die anderen 5 Prozent haben mich gefragt, ob es wirklich sein muss, dass ich in ein Reality-TV-Format gehe. Aber «Princess Charming» ist fr mich kein Trash-TV. Ich nehme nicht fr Geld und Reichweite teil, ich mchte die Liebe finden.

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Sie waren lange in einer Beziehung und sogar verheiratet. Wie war es fr Sie, wieder zu daten, und das dann auch noch vor der Kamera?

Zu Daten fand ich noch krasser als die Kameras, weil ich noch nie als queere Frau gedatet habe. Meine Ex-Frau Ina habe ich nicht durchs Daten kennengelernt, sondern aus einer Freundschaft heraus. Das war also wirklich schwer fr mich: Wie mache ich eine Frau an? Wie flirte ich? Und das schlimmste war: Wie merke ich mir 18 Namen auf einmal? (lacht) Die Kameras habe ich fr mich irgendwann ausgeblendet. Die Kandidatinnen haben mir auch sehr dabei geholfen.

Als Content Creatorin stehen sie seit Jahren in der ffentlichkeit. Haben Sie erwartet, dass die Teilnehmerinnen Sie kennen?

Ich hatte gehofft, dass mich nicht alle kennen wrden. Aber es war auf jeden Fall nicht nur eine, die mich gekannt hat, und das war okay fr mich. Ich war schon darauf eingestellt, dass es passieren knnte.

Waren Sie besorgt, dass einige Kandidatinnen Sie nur aufgrund ihrer Reichweite daten wollen?

Ich denke, dass viele bei «Princess Charming» teilnehmen, um die Liebe zu finden. Aber warum sucht man sie im Fernsehen? Wahrscheinlich auch, um ein bisschen Reichweite zu bekommen. Gerade wenn man noch keine hat, ist das vielleicht noch ein grerer Impuls. Das verstehe ich auch, das nehme ich niemandem bel. Dennoch war die Angst bei mir gro: Mag mich die Person oder mag sie meine Reichweite?

In den vergangenen Staffeln kam es vor, dass die Frauen untereinander Interesse freinander entwickelt hatten. Hatten Sie Angst, dass das auch bei Ihnen passieren knnte?

Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich es nicht gut finde, wenn sie miteinander herummachen. Aber eigentlich ist es gemein, dass ich in einer Sonderposition bin und sie nichts machen drfen. Ich bin ein Mensch, der Gerechtigkeit mchte, aber wenn schon Gefhle im Spiel sind, ist das natrlich nicht schn.

Sie sind Mama. Wie verndert sich da der Blick aufs Dating?

Wenn man Mama ist, achtet man nicht nur auf sich, sondern auch auf die eigene Tochter. Ich brauche eine Partnerin, die Kinder mag und meine Tochter akzeptiert und respektiert. Aber ich suche keine zweite Mama, sondern ein Vorbild fr meine Tochter. Es war mir sehr wichtig, das zu kommunizieren: Ich bin Mutter und mich gibt es nur im Doppelpack. Dass ich kein weiteres Kind mchte, habe ich aber nicht direkt kommuniziert. Das klingt sehr abschreckend. Und man wei ja nie: Vielleicht ndere ich meine Meinung nochmal. Wenn aber eine Frau mitmacht, die schon ein Kind hat, fnde ich das sogar sehr schn.

Die Trennung von Ihrer Frau Ina ist noch immer sehr prsent. Wie geht es Ihnen damit?

Ich finde es nicht schlimm, es ist ja ein Teil meiner Geschichte. Ich habe diese Frau sehr geliebt und ohne sie wre ich auch nicht hier. Ich bin dankbar dafr, was wir hatten, und finde es auch in Ordnung, dass man unsere Geschichte erzhlt. Damit kann man vielen Menschen Mut machen, auch wenn wir nicht so ein Happy End hatten, wie wir es uns erhofft hatten.

Denken Sie, dass Ina «Princess Charming» schauen wird?

Sie meinte zu mir, dass sie vielleicht mal reinschaut und dass sie es cool findet. Sie hat mir aber auch gesagt, dass sie nicht wei, ob man im Fernsehen die Liebe finden kann. Aber wenn ich darauf Lust habe, soll ich es tun.

Sie haben bereits eine Beziehung in der ffentlichkeit gefhrt. Wollen Sie Ihre nchste Beziehung privater halten?

Also privat geht nicht mehr, ich habe ja schon ffentlich gedatet. (lacht) Aber ich mchte auf jeden Fall kein «coupleontour» 2.0 machen. Wenn sie mchte, knnen wir gerne Videos zusammen machen. Das wre schon cool, und der Rest ergibt sich dann einfach. Meine Partnerin ist auch Teil meines Lebens, und da ich mein Leben in den sozialen Netzwerken teile, fnde ich es schwierig, sie komplett heraushalten zu mssen. Meiner Meinung nach ist das Interesse noch grer, wenn man jemanden verheimlicht. Darauf habe ich keine Lust.

Sie gehen seit Jahren offen mit Ihrer Sexualitt um. Werden Sie immer noch mit Hate konfrontiert? Wie gehen Sie damit um?

Ich glaube, jeder mchte doch, dass es keinen Hass auf der Welt gibt gerade in Bezug auf die eigene Sexualitt, fr die man nichts kann. Ich lsche manchmal auch Kommentare, wenn sie unter die Grtellinie gehen. Aber es gibt auch ganz viele tolle Organisationen, die sich gegen Hass im Internet einsetzen, und wo man sich Hilfe suchen kann. Ich finde es superwichtig, das zu thematisieren. Ich wnsche mir einfach eine offenere Welt gegenber queeren Menschen. Wir tun ja niemandem was, sondern lieben einfach nur.

Knnen Sie sich weitere TV-Formate vorstellen?

Ja, aber ich wrde in keine Formate gehen, die zu sexuell sind. Das ist einfach nicht so ganz mein Ding. Ich wrde gerne an «Let’s Dance» teilnehmen. Ich liebe tanzen und wrde es gerne lernen. Und wenn bei «Princess Charming» mal eine Moderatorin gesucht wird, bin ich auch am Start. Aber es muss halt auch immer mit meinem Kind vereinbar sein: Es muss ein Format sein, bei dem ich meine Tochter sehen kann und davon gibt es ja auch nicht so viele. (cw/spot)