Queerbeauftragte Sophie Koch will zur Merz-Flsterin werden
Die schsische SPD-Landtagsabgeordnete Sophie Koch, die Queerbeauftragte der Bundesregierung, hat in einem Interview mit dem «Tagesspiegel» (Bezahlartikel) betont, dass sie nach der von queeren Organisationen als homophob kritisierten «Zirkuszelt»-uerung mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reden wolle: «Ich werde das Gesprch mit dem Bundeskanzler suchen, um zu erklren, was an der uerung schwierig ist. Und um zu gucken, wie wir in Zukunft miteinander arbeiten knnen», so die 32-Jhrige.
Dabei hoffe sie, dass der Kanzler die Uhren nicht zurckdrehen wolle: «Ich erwarte gar nicht, dass Friedrich Merz Regenbogenfahnen schwingend auf der CSD-Bhne steht. Das wre vielleicht auch unauthentisch. Aber ich erwarte, dass die CDU und viele machen das hinter dem rechtlichen und dem gesellschaftlichen Status quo steht, und dahinter nicht zurckgeht.»
Koch warnt vor Kulturkampf
Koch nahm auch zum viel kritisierten Vorgehen von Bundestagsprsidentin Julia Klckner (CDU) Stellung, die zum CSD Berlin die Beflaggung des Reichtstagsgebudes mit Regenbogenfahnen verboten und der Bundestagsverwaltung auch die offene Teilnahme am CSD untersagt hatte: «Ich finde es eher unglcklich, dass wir das gerade so stark diskutieren», so Koch. «Wir fhren da ffentliche Debatten, die einem Kulturkampf gleichen, die aber am Ende der Community nichts bringen. Ich hoffe, dass das bald endet, damit wir eben wieder in der Sache arbeiten knnen.» Sie wolle der Community «auch in Zukunft zu verstehen geben, dass sie bei mir einen sicheren Ort hat».
Zudem dementierte sie Vorwrfe von der rechtsextremen AfD und teilweise auch von Konservativen, die beklagen, dass Queerfeindlichkeit von Migrant*innen in der Community nicht thematisiert werde: «Das muss man benennen, frhzeitig erkennen und dagegen arbeiten, ohne dabei ganze Religionsgemeinschaften und ganze Bevlkerungsgruppen unter Generalverdacht zu stellen», so Koch. «Die Statistiken sind aber eindeutig: Weit mehr Straftaten kommen deutschlandweit aus dem rechtsextremen Milieu.»
Artikel 3: Koch sieht Chancen auf Reform
Ferner begrte die Sozialdemokratin, dass es bei der Union offenbar ein Umdenken beim ausdrcklichen Schutz von queeren Menschen im Grundgesetz-Artikel 3 stattgefunden habe: «Ich freue mich, dass Berlin jetzt eine Bundesratsinitiative dazu gestartet hat und das von einem CDU-Landesvater kommt. Es scheint in der Union eine Offenheit dafr zu geben und ich glaube, dass sich auch im Bundestag eine Mehrheit fr dieses wichtige Vorhaben finden lsst.» Bereits zuvor hatte sie beklagt, «dass queere Menschen als eine von wenigen Opfergruppen des Nationalsozialismus bis heute nicht in Artikel 3 geschtzt sind» (queer.de berichtete). (dk)
