Queerfeindlicher Aktivist James Dobson gestorben
Der einflussreiche evangelikale US-Aktivist James Dobson stellte queere Menschen jahrzehntelang als moralisch minderwertig sowie als Gefahr fr die Gesellschaft und das Wohlergehen von Kindern dar. Nun ist Dobson laut CNN im Alter von 89 Jahren am Donnerstag im Alter in seinem Haus in Colorado Springs gestorben. ber die Todesursache gibt es keine Angaben.
Der in Louisiana geborene Psychologe promovierte 1967 in Kinderentwicklung. ffentlich bekannt wurde er durch 1970 erschienenes Buch «Dare to Discipline» (zu Deutsch etwa: «Wage es, zu erziehen»). Darin pldierte er fr strikte, konservative Erziehungsmethoden, etwa die Prgelstrafe.
Berater fr Reagan, Bush und Trump
1977 grndete er die Organisation Focus on the Family, die schnell zu einer der einflussreichsten Stimmen der evangelikalen Rechten in den USA wurde. ber Radio, Bcher und Publikationen erreichte er mit seinem Verband Millionen von Menschen. Als Hauptgegner identifizierte Dobson neben Abtreibung queere Menschen. Er war enger Berater vieler republikanischer Politiker, unter anderem Ronald Reagan, George W. Bush und Donald Trump. ber Jahre als er einflussreichster evangelikaler Lobbyist.
Dobson bezeichnete Homosexualitt regelmig als «unnatrlich», «abnormal» und «Snde». In seinen Bchern und Radiobeitrgen warnte er Eltern, dass Kinder durch «falsche Erziehung» oder «verwirrte Geschlechterrollen» homosexuell werden knnten. Er warnte auch davor, dass die ffnung der Ehe fr gleichgeschlechtlicher Paare «die Familie vernichten» und «die Gesellschaft ins Chaos strzen» wrde. Homosexuellen empfahl er, sich «heilen» zu lassen und heterosexuell zu werden.
Schwulen oder lesbischen Eltern warf Dobson wiederholt vor, im Gegensatz zu Heterosexuellen kein «stabiles Vorbild» fr Kinder sein zu knnen. Zudem brachte er immer wieder Homosexualitt mit sexuellen Kindesmissbrauch in Zusammenhang.
Dobson: Homosexuelle machen Gott sauer und verursachen Amoklufe
Dobson machte Homosexuelle fr viele negative gesellschaftliche Entwicklungen verantwortlich. So So behauptete er mehrfach, dass Massenschieereien in den USA eine Folge der Akzeptanz queerer Menschen seien. Der Grund: Schwule und Lesben wrden erstens die Familie «vernichten» und zweitens den christlichen Gott erzrnen. 2012 sagte er etwa, dass eine Schieerei an der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut eine gttliche Strafe seien, weil Homosexuelle heiraten drften. Beim dem Amoklauf starben 28 Menschen, darunter 20 Kinder. Im linksliberalen Bundesstaat durften gleichgeschlechtliche Paare seit 2008 heiraten. (dk)
