Queerfeindlicher US-Bischof unter Protesten ausgezeichnet
Unter Protesten hat der US-amerikanische Bischof Robert Barron in Mnster den Josef-Pieper-Preis erhalten. Etwa 50 Menschen versammelten sich am Morgen vor der berwasserkirche, um gegen die Auszeichnung des vor allem durch seine Internetauftritte bekannten katholischen Bischofs aus Winona-Rochester in Minnesota zu demonstrieren. Sie werfen Barron eine politische Nhe zu US-Prsident Donald Trump und eine ausgrenzende Haltung gegenber queeren Menschen und anderen Gesellschaftsgruppen vor.
Bei der Demo am Sonntag kamen unter anderem Vertreter*innen der kumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), des Familienbundes der Katholiken, der Grnen, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und der Reformbewegung Maria 2.0 zusammen. Einige von ihnen trugen Regenbogenfahnen und Plakate.
«Die Reden von Barron sind gefhrlich. Sie sind geeignet, Ausgrenzung und Gewalt gegen Minderheiten, insbesondere queere Menschen, zu frdern», teilte die HuK in einer Pressemitteilung mit. «Der Protest richtet sich gegen die Gefahr, dass rechtskatholische Ansichten in kirchlichen Einrichtungen hoffhig werden. Wer Bischof Barron einldt, trgt zur Diskursverschiebung nach rechts bei und gibt queerfeindlichen und demokratiefeindlichen Haltungen ein kirchliches Podium.»
Preis wird nur alle fnf Jahre vergeben
Die Auszeichnung vergibt die Josef Pieper Stiftung alle fnf Jahre zu Ehren ihres Namensgebers. Josef Pieper war ein katholischer Philosoph, Hochschullehrer und Autor zahlreicher Publikationen zur christlichen Moral.
Bischof Barron habe eine «unbersehbare Affinitt zur Religionsphilosophie» von Josef Pieper, heit es auf der Homepage der Stiftung zur Begrndung der Wahl des Preistrgers. Man ehre mit der Preisverleihung einen Theologen, «der wie kaum ein anderer die modernen Medien zur Untersttzung der christlichen Verkndigung nutzt».
Veranstaltungsort mit Parolen beschmiert
Die Sandsteinmauern der berwasserkirche in Mnster waren zuvor von Unbekannten mit roter Farbe beschmiert worden. «Fuck Trump» ist an die Wnde gesprht. Das Pontifikalamt mit Bischof Robert Barron fand als geschlossene Veranstaltung statt, die Kircheneingnge wurden von Sicherheitskrften bewacht.
Der Bischof, der durch einen Hintereingang in die Kirche gebracht wurde, hat aber auch viele Anhnger*innen. Mit seinem Medienunternehmen «Word on Fire» verffentlicht er regelmig Missionierungsvideos und hat damit bei Instagram knapp 580.000 Follower*innen, auf seinem YouTube-Kanal sind es mehr als zwei Millionen Abonnent*innen. (cw/pm)
