Sachsen bleibt bei Genderverbot an Schulen
Sachsen behlt in seinen Schulen das Verbot bei, mit Sonderzeichen zu gendern. Zum 1. August 2025 tritt eine neue Vorschrift in Kraft, die in der Schulsprache weiterhin einen Verzicht auf Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder das sogenannte Binnen-I vorschreibt, wie das Kultusministerium mitteilte. Bildungsminister Conrad Clemens setze damit den von seinem Amtsvorgnger Christian Piwarz (beide CDU) eingeschlagenen Weg «zur sprachlichen Klarheit an Sachsens Schulen» fort .
Im Freistaat folgen die Schulen somit den Empfehlungen des Rats fr deutsche Rechtschreibung. Verste gegen die amtliche Rechtschreibung werden in schriftlichen Arbeiten als Fehler markiert und bringen Abzge. Um eine sprachliche Ausgewogenheit zu erreichen, sollten verstrkt Paarformen wie «Schlerinnen und Schler», geschlechtsneutrale Formulierungen oder Passivformen genutzt werden, so das Kultusministerium.
Das Sonderzeichen-Verbot hatte dem frheren Kultusminister Piwarz auch Kritik eingebracht (queer.de berichtete). Er hatte es mit dem Argument verteidigt, dass Genderzeichen nicht alltagstauglich seien und in der Schule das Erlernen der deutschen Sprache erschwerten. Wer Genderzeichen verwende, baue zustzliche sprachliche Hrden auf.
Geschlechtergerechte Sprache soll zur Vermeidung von Geschlechterstereotypenbeitragen und auch nichtbinre Menschen sichtbar machen. In den letzten Jahren ist das Thema aber von Rechts zu einem Kulturkampf hochstilisiert worden. Letztes Jahr stellte deshalb Duden-Chefin Kathrin Kunkel-Razum bedauernd fest, dass in der aufgeheizten Atmosphre in Deutschland keine sachliche Debatte mehr ber das Gendern mglich sei (queer.de berichtete). (cw/dpa)
