«Schner fremder Mann»: Connie Francis ist tot
Die Schlagerhits von Connie Francis wrden eine ganze Jukebox fllen: Ohrwrmer wie «Schner fremder Mann», «Barcarole in der Nacht» und «Die Liebe ist ein seltsames Spiel» brachten Deutschland in den 1960er Jahren zum Tanzen und machten die zierliche Frau mit dem Spitznamen «Queenie» zum Superstar. In mehr als zehn Sprachen nahm die US-Sngerin Platten auf und wurde so in ihrem Heimatland und weltweit zum Superstar.
Jetzt ist Francis im Alter von 87 Jahren gestorben. «Mit schwerem Herzen und extremer Trauer informiere ich euch ber den Tod meiner engen Freundin Connie Francis letzte Nacht», schrieb ihr Manager Ron Roberts bei Facebook. Nhere Details teilte er zunchst nicht mit, kndigte dies aber fr spter an.
Gerade erst noch einen berraschungs-Hit bei TikTok
Der Snger Peter Lemongello, der mit Francis befreundet war, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, in der vergangenen Nacht von der Assistentin der Sngerin ber ihren Tod informiert worden zu sein. Zahlreiche US-Medien berichteten ber den Tod der Musikerin.
Francis hatte bis ins hohe Alter hin und wieder Konzerte oder Interviews gegeben und sich in der ffentlichkeit gezeigt, zuletzt aber immer mehr mit gesundheitlichen Problemen zu kmpfen gehabt und sich zurckgezogen. Ihr Song «Pretty Little Baby» hatte allerdings gerade noch ein berraschendes Comeback auf TikTok gefeiert sehr zur Freude von Francis. «Ich fhle mich groartig und auer mir vor Freude, dass eine ganz neue Generation von Menschen jetzt mich und meine Musik kennen», hatte sie Anfang des Jahres der «New York Times» gesagt.
Schon als Kind trat Francis im Fernsehen auf
Geboren wurde Francis am 12. Dezember 1938 als Concetta Rosa Maria Franconero im US-Bundesstaat New Jersey. Ihre Eltern waren italienische Einwanderer, die sie schon bald zum Singen und Musikmachen ermunterten. Bald trat sie auf Feiern und kleineren Bhnen und schlielich noch als Kind im Fernsehen auf.
Mit «Who’s Sorry Now?» gelang ihr 1957 schlielich der Durchbruch. Die Erfolgssingle sollte der Beginn einer kometenhaften Karriere werden: Allein in den folgenden sechs Jahren landeten 35 ihrer Songs unter den Top-40, drei davon auf dem ersten Platz: «Everybody’s Somebody’s Fool», «My Heart Has a Mind of Its Own» und «Don’t Break the Heart that Loves You».
Platten in mehr als zehn Sprachen mit amerikanischem Akzent
Es folgten Platten unter anderem auf Japanisch, Franzsisch, Griechisch, Schwedisch, Spanisch, Portugiesisch, Niederlndisch und natrlich Deutsch, stets mit charmantem amerikanischem Akzent. Der Grundstein fr eine Weltkarriere. In Deutschland, Japan, Spanien und Italien feierte sie mit ihren Songs riesige Erfolge. Neben Schlagern gehrten Country-Musik, Jazz sowie jdische und irische Volkslieder zu ihrem Repertoire. Mit «Where The Boys Are» verffentlichte die langjhrige Untersttzerin der LGBTI-Community 1960 auch eine inoffizielle queere Hymne.
Aber nach den sensationell erfolgreichen 1960er Jahren sollten die 1970er fr Francis zur Hlle werden. Musikalisch lief es nicht mehr richtig und privat berhaupt nicht. 1974 versuchte Francis ein Comeback, aber wurde kurz darauf in einem Hotel in der Nhe von New York berfallen und vergewaltigt. Der Tter entkam und wurde nie gefunden. Francis verklagte die Hotelkette wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen auf Schadenersatz in Hhe von mehreren Millionen Dollar und gewann aber tiefe Wunden blieben ihr ganzes Leben.
Vier Ehen scheiterten
Auch in der Liebe, dem «seltsamen Spiel», fand Francis kein Glck. Den Entertainer Bobby Darin, den sie in den 1950er Jahren kennenlernte, bezeichnete sie als die groe Liebe ihres Lebens, aber ihr Vater verbot die Beziehung. Spter heiratete sie viermal, alle vier Ehen wurden geschieden. «Drei meiner Mnner waren qualvoll, einer hat mich missbraucht», sagte sie einmal.
Die Liebe zur Musik hielt sie trotz allem immer hoch. Eigentlich wollte sie, so sagte sie immer wieder in Interviews, «mit 90 auf der Bhne sterben». (cw/dpa)
