Soziale Medien knnen junge Menschen vor HIV schtzen
Positiv formulierte und praktisch nutzbare Beitrge in den sozialen Medien sind die besten Helferinnen gegen die Ansteckung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit HIV. Das haben Forschende desBeth Israel Deaconess Medical Center(BIDMC) und desBoston Children’s Hospitalin einer Studie festgestellt, die im Fachmagazin»Patient and Education Counseling» verffentlicht wurde. Die Teilnehmenden der Studie reagierten am besten auf kurze Informationsvideos, die positiv und proaktiv waren, anstatt negativ oder angstbasiert.
Die Wissenschaftler*innen haben Prinzipien der Verhaltenskonomie angewendet, um zu testen, wie die Formulierung von Informationen ber die HIV-Prexpositionsprophylaxe (PrEP) die Reaktion junger Menschen beeinflusst. PrEP ist eine vorbeugende Manahme, bei der HIV-negative Menschen ein HIV-Medikament einnehmen, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schtzen. Sie reduziert das Risiko einer HIV-Infektion praktisch auf null.
PrEP kaum bekannt
«PrEP ist seit 2018 fr Jugendliche und junge Erwachsene zugelassen, aber leider ist die Nutzung in der Altersgruppe der 13- bis 24-Jhrigen trotz des Bedarfs weiterhin am geringsten. Ein Hindernis fr die Anwendung ist das begrenzte Wissen dieser Altersgruppe ber PrEP. Um die HIV-Epidemie zu beenden, brauchen wir Aufklrungsstrategien, die speziell auf ihre Entwicklungsphase zugeschnitten sind», so BIDMC-Forscher Douglas Krakower. In den USA infizierten sich 2022 mehr als 6.400 Teens und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 24 Jahren mit HIV, was etwa einem Fnftel aller Neuinfektionen entspricht.
Ihre Erkenntnisse haben Krakower und Carly E. Guss, behandelnde rztin in der Abteilung fr Jugend- und Erwachsenenmedizin am Boston Children’s Hospital, gewonnen, indem sie Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwei speziell fr diesen Zweck erstellte kurze Videos im Stil sozialer Medien prsentierten. Eines hob die Vorteile der Nutzung von PrEP hervor, das andere die Risiken eines Verzichts darauf.
30 junge Leute sahen Videos
30 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren aus Boston, dem US-Bundesstaat Michigan und Los Angeles sahen sich beide Videos an und teilten ihre Gedanken in Fokusgruppen per Videokonferenz mit. Mehr als die Hlfte (53 Prozent) bevorzugte die nutzerorientierte Version. Sie sagten, der positive Ton, die Betonung der hohen Wirksamkeit von PrEP und die klaren, einprgsamen Bilder machten die Botschaft ansprechender.
«Wir haben festgestellt, dass Teens und junge Erwachsene soziale Medien nutzen, um sich ber sexuelle Gesundheit zu informieren, aber die wenigsten Videos auf TikTok werden von Bildungseinrichtungen oder Gesundheitsdienstleistern erstellt. Um sicherzustellen, dass Jugendliche und junge Erwachsene korrekte Infos erhalten, sollten Gesundheitsmter und Gesundheitszentren ihre Aufklrungsarbeit ausweiten und TikTok-Kampagnen auf offiziellen Konten verffentlichen und in Wartezimmern zeigen oder mit Social-Media-Influencern zusammenarbeiten, um authentische, vertrauenswrdige und fr diese Bevlkerungsgruppe relevante Videos zu erstellen», rt Krakower. (pte/cw)
