Studie: Queere Influencer*­innen am hufigsten Opfer von Hassrede
1 min read

Studie: Queere Influencer*­innen am hufigsten Opfer von Hassrede

Queere Influencer*innen sind laut einer neuen Studie von «Netzschreier» am hufigsten von Hatespeech, also abwertenden, beleidigenden, diskriminierenden oder bedrohenden Kommentaren, betroffen. Fast keinen Hass erfahren hingegen Influencer*innen aus den Bereichen Fotografie oder Reisen, teilte die Berliner Influencer-Agentur mit.

Insgesamt hatte «Netzschreier» die Instagram-Beitrge von 78 Influencer*innen, die mindestens 300.000 Follower*innen haben, aus 18 Themengebieten analysiert. So wurde berprft, ob in den Kommentarspalten beleidigende Begriffe oder Emojis auftauchten.

Dabei kam heraus, dass bei queeren Influencer*innen 4,8 Prozent aller Kommentare abwertend waren. Im Durchschnitt liegt die Quote hingegen nur mit 1,41 Prozent.

Ebenfalls viel Hassrede mssen Reality-Stars (3,95 Prozent), Gaming- und Streaming-Creator*innen (2,65 Prozent) sowie Business-, Karriere- und Wissens-Influencer*innen ertragen (2,5 Prozent). Entspannter geht es zu bei Influencer*innen, die sich mit Essen (0,28 Prozent), Mode (0,15 Prozent) oder Fotografie und Reisen (je 0,1 Prozent) beschftigen. Auch bei den Profilen von Fuballspielern konnten nur vergleichsweise wenige Hasskommentare gemessen werden (0,36 Prozent).

– w –

«Ein Weckruf fr Plattformen»

«Unsere Auswertung zeigt schwarz auf wei, was viele queere Influencer lngst tglich spren: Wer offen fr Diversitt steht, wird im Netz berproportional oft zur Zielscheibe von Hass», erklrte «Netzschreier»-Geschftsfhrer Marlon Giglinger.»Dass unter Posts von queeren Influencern im Jahr 2025 dreimal so hufig beleidigt wird wie beim Durchschnitt, sollte ein Weckruf fr Plattformen, Werbetreibende und die Gesellschaft insgesamt sein.»

Insgesamt htten die Forschenden bei 88,5 Prozent der untersuchten Influencer*innen Hatespeech in den Kommentaren gefunden. «Fakt ist aber auch: Die Dunkelziffer zu Hatespeech drfte insgesamt deutlich hher liegen», so Giglinger. «Viele Hasskommentare werden vor der Erfassung gelscht oder verborgen.» Die betroffenen Influencer*innen wrden diese aber freilich trotzdem sehen. «Das hat Konsequenzen: Nicht selten berichten Influencer von den Folgen, die Beleidigungen, Drohungen und Hasskommentare auf ihre geistige Gesundheit haben.» Das «dauerhafte Bombardement an Hass, Spott und sexualisierenden Kommentaren» sei fr die Influencer*innen gefhrlich, beklagte Giglinger. (cw)