Supermodel Linda Evangelista mchte nicht in den Spiegel schauen
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Supermodel Linda Evangelista mchte nicht in den Spiegel schauen

Linda Evangelista (59) gehrte zu den sagenumwobenen Supermodels der 1990er Jahre. Die Kanadierin trat unter anderem im Kultvideo zu George Michaels Superhit «Freedom! ’90» auf. Spter verschwand sie jedoch geradezu und berichtete davon, nach einem Schnheitseingriff «deformiert» zu sein. Auch ihren Kampf gegen eine Brustkrebserkrankung machte sie ffentlich. Jetzt spricht Evangelista unter anderem ber die psychische Belastung, die mit allem einherging.

In den Neunzigern wurde das Model zum weltweiten Inbegriff von Schnheit neben Kolleginnen wie Cindy Crawford (59) oder Naomi Campbell (54). Damals habe ihr aber niemand gesagt, dass sie schn ist. «Ich lief nicht herum und dachte, ich sei schn», erzhlt Evangelista imGesprch mit dem Modemagazin «Harper’s Bazaar». Die Aufmerksamkeit habe nicht ihr als Person, sondern ihrer Arbeit gegolten.

«Mir wurde nie gesagt, dass ich schn sei», erzhlt die heute 59-Jhrige. Sie habe etwa gehrt, dass ihr Haar toll aussehe, jedoch habe «niemand je gesagt: ‚Linda, du bist wunderschn.'» Aus genau diesem Grund sagt sie den Menschen, die sie liebt, wie schn sie sind: «Ich sage es meinen Neffen, ich sage es meinen Freunden, und ich sage vor allem meinem Sohn, wie schn er ist, weil ich denke, dass es wichtig ist, das zu hren.»

Schnheit verdient man sich

«Ich glaube wirklich, dass Schnheit etwas ist, das man sich verdient», ist Evangelistas Ansicht. Es gehe nicht um Jugendlichkeit oder Vollkommenheit. Ihre Gromtter, die den Krieg durchleben mussten, htten etwa «so wunderschne» Gesichter gehabt. «Das hatte nichts mit Perfektion oder Jugend zu tun.»

Sie selbst hat ebenfalls sehr schwierige Jahre hinter sich. «Ich wurde brutal entstellt»,schrieb sie 2021 auf Instagram. Bei einer Schnheitsbehandlung sei es rund fnf Jahre zuvor zu Komplikationen gekommen. Statt Fettzellen an mehreren Krperstellen zu reduzieren, habe der Eingriff das Gegenteil bewirkt. Die missglckte Behandlung habe sie zutiefst depressiv und schlielich zu einer «Einsiedlerin» gemacht.

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«Ich muss eine Therapie machen, damit mir gefllt, was ich sehe, wenn ich in den Spiegel schaue, und ich schaue trotzdem nicht in den Spiegel. Ich wollte mich nicht sehen, weil ich mich nicht liebte oder mochte», erzhlt Evangelista jetzt. Sie arbeite aber daran, «und ich versuche, mich selbst zu mgen, mit all meinen Fehlern, und mich selbst zu lieben».

«Es ist mir egal, wie ich altere»

In einemInterview mit dem «Wall Street Journal»machte sie 2023 zudem ffentlich, dass 2018 Brustkrebs bei ihr entdeckt wurde. Evangelista entschied sich fr eine beidseitige Mastektomie. «Brustkrebs wird mich nicht umbringen», sagte sie sich.

«Es ist mir egal, wie ich altere. Ich will nur altern», erklrt sie heute. Es msse nicht «wrdevoll» sein, sie wolle nur «wirklich, wirklich, wirklich nicht sterben. Ich habe noch so viel zu tun. Ich fhle mich langsam endlich wohl mit mir selbst und mit allem, und jetzt mchte ich es genieen.»

Jahrelang habe sie sich so gefhlt, als ob alle Augen auf sie gerichtet waren. Dieses Gefhl habe sie nun nicht mehr. «Und damit habe ich kein Problem», sagt sie. Sie sei froh, nicht mehr ein Leben wie zu ihrer Bltezeit zu fhren. Viel wichtiger scheint Evangelista ihr Sohn Augustin (18) zu sein, den sie Augie nennt. «Ich mchte Gromutter werden, aber nicht in unmittelbarer Zukunft», erzhlt das Model. «Ich lebe. Ich lebe. Ich lebe, und ich werde tun, was ich tun muss. Ich werde kmpfen, weil ich es nicht anders will. Ich bin noch nicht fertig.» (spot/cw)