Sven Lehmann kritisiert «autoritre Unkultur» in der Bundesregierung
Der frhere Queerbeauftrage Sven Lehmann (Grne) hat am Sonntag in sozialen Medien das von Kulturstaatsminister Wolfram Weiner (CDU) angekndigte Genderverbot im Kanzleramt scharf kritisiert. «‚Bevormundende Spracherziehung‘ will Kultur-Staatsminister Weimer nicht und bevormundet gleichzeitig seine Mitarbeiter*innen», beklagte der Klner Bundestagsabgeordnete auf Bluesky. «Es ist ein Zeichen von autoritrer Unkultur, per Anweisung transgeschlechtliche und nicht-binre Menschen durch Sprache auszuschlieen!»
Bevormundende Spracherziehung will Kultur-Staatsminister Weimer nicht und bevormundet gleichzeitig seine Mitarbeiter*innen. Es ist ein Zeichen von autoritrer Unkultur, per Anweisung transgeschlechtliche und nicht-binre Menschen durch Sprache auszuschlieen!www.spiegel.de/kultur/kultu…
Weimer hatte gegenber «Bild» erklrt, dass bei ihm «die Regeln der deutschen Sprache» gelten wrden. «Im Kanzleramt wird in Briefen, E-Mails und Vermerken nicht gegendert», sagte er dem Boulevardblatt (queer.de berichtete).
Die Ankndigung ist in sozialen Medien auf teilweise groes Unverstndnis gestoen. Auf X beklagte etwa ein Nutzer: «Sein Verbot ist eine grere Bevormundung. Statt Politik spielt er Kindergarten.» Ein anderer ergnzte: «Also bevormundet er lieber durch ein Verbot? Das ist keine Politik, sondern ein unsgliches Schmierentheater!»
«Die wahre Verbotspartei ist die CDU!»
Die saarlndischen Piraten, die ausdrcklich nicht «Pirat*innen» sein wollen, postulierten: «Die wahre #Verbotspartei ist die CDU! [] Es gibt keinen Genderzwang, aber durch die CDU diverse Verbote». Statt die Probleme in Deutschland zu lsen, wrden Nebenkriegsschaupltze erffnet, «um abzulenken».
Die wahre #Verbotspartei ist die CDU! Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will das Gendern im Bundeskanzleramt verbieten. Es gibt keinen Genderzwang, aber durch die CDU diverse Verbote. Statt die Probleme in Deutschland zu lsen, nur Nebenkriegsschaupltze um abzulenken. #PIRATEN pic.twitter.com/5rUAJDtq9Z
Weimer hatte sich in der Vergangenheit queerfeindlich geuert: In seinem 2018 erschienen Buch «Das konservative Manifest: Zehn Gebote der neuen Brgerlichkeit» sprach er sich etwa gegen die angeblich um sich greifende «Gender-Ideologie» aus und schimpfte, dass Coming-outs neben anderen «Trends» eine «Enttabuisierung» darstellten (queer.de berichtete).
Bereits Ende Juni hatte Bildungsministerin Karin Prien in ihrem Ministerium das Gendern verboten (queer.de berichtete). Kritik gab es auch wegen anderen Verboten der Konservativen: So untersagte Bundestagsprsidentin Julia Klckner (CDU) krzlich, dass die Bundestagsverwaltung am CSD teilnimmt und dass der Bundestag die Regenbogenfahne zum CSD hisst.
Weimers Vorgngerin im Kulturstaatsministerium, die Grnenpolitikerin Claudia Roth, hatte noch fr geschlechtergerechte Sprache geworben. In diesem Jahr appellierte sie beim CSD Kln, keinen Kulturkampf um das Thema heraufzubeschwren: «Hrt auf, gegen gendergerechte Sprache zu hetzen! Gendergerechte Sprache ist kein ‚woker Kram‘, sondern ist der Schrei nach Anerkennung meiner Identitt, unserer Identitt.» (cw)
