Trans-Panik: J.K. Rowling ruft zum Boykott von Kaufhaus-Kette auf
Die 60-jhrige Autorin J.K. Rowling hat auf X zum Boykott der in Grobritannien populren Einzelhandelskette Marks & Spencer aufgerufen. Grund ist ein Bericht im konservativen «Daily Telegraph». Demnach habe eine angebliche trans Mitarbeiterin eine Mutter und deren 14-jhrige Tochter in der BH-Abteilung gefragt, ob die beiden Hilfe bentigten.
«Es ist Zeit fr Frauen, mit ihrem Geldbeutel abzustimmen», so Rowling in dem Tweet. «Wenn Geschfte wie M&S weiterhin das Urteil des Obersten Gerichtshofs zu Frauenbereichen missachten und den Wnschen von Mnnern Vorrang geben, die sich in der Nhe von Frauen ausziehen oder Teenagerinnen beim Anpassen von BHs helfen wollen, erscheint ein Boykott angebracht.» Sie bezog sich dabei auf ein Urteil aus dem April, als das nationale Hchstgericht entschied, dass sich trans Menschen nicht auf das britische Gleichbehandlungsgesetz berufen knnen (queer.de berichtete). Der «Vorfall» hatte sich allerdings bereits vor dieser Entscheidung ereignet.
Unklar ist, ob es sich bei der Mitarbeiterin wirklich um eine trans Frau handelte. Die Mutter hatte laut «Daily Telegraph» diesen Schluss gezogen, weil die Bedienung 1,88 Meter gro gewesen sei. Marks & Spencer bat die Mutter in einer Reaktion auf eine Beschwerde um Entschuldigung, dass die Tochter verstrt gewesen sei.
Marks & Spencer gilt als queerfreundliches Unternehmen
Ein Sprecher von Marks & Spencer erklrte gegenber «PinkNews», dass die Kette «ein inklusiver und einladender Ort» sowohl fr Mitarbeitende als auch fr die Kundschaft sein wolle. «Wir haben dieser Kundin geschrieben und erklrt, dass Kolleginnen und Kollegen normalerweise in allen Abteilungen unserer Lden arbeiten und dass Kundinnen immer danach fragen knnen, mit jemanden zu sprechen, mit dem sie sich wohl fhlen.» Marks & Spencer ist unter queerfeindlichen Personen unbeliebt, weil sich der Konzern bei CSDs engagiert und Lden auch immer wieder in Regenbogenfarben geschmckt werden. 2019 sorgte ein vom M&S-Supermarkt angebotenes LGBT-Sandwich fr Aufregung (queer.de berichtete). Insgesamt betreibt die Kette mehr als 1.000 Filialen im Vereinigten Knigreich.
Rowling hatte in den letzten Jahren die Existenz von trans Menschen angezweifelt und trans Frauen etwa als «Mnner» oder «Verbrecher» verunglimpft, eine trans Paralympionikin bezeichnete sie letztes Jahr als «Betrger». Anfang des Jahres stellte sie sich hinter den neuen US-Prsidenten Donald Trump und warf «Linken» vor, wegen ihrer transfreundlichen Politik «Frauen- und Mdchenrechte» vernichten zu wollen (queer.de berichtete). (dk)
