Wegen Queer­feindlichkeit: VelsPol-Chefin verlsst Polizeigewerkschaft
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Wegen Queer­feindlichkeit: VelsPol-Chefin verlsst Polizeigewerkschaft

DerBundesverband queerer Beschftigter in Polizei, Justiz und Zoll(VelsPol)hat schockiert auf Aussagen von Rainer Wendt reagiert. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hatte am Wochenende in einem rechten Magazin queere Menschen unter anderem beschuldigt, anderen ihre sexuelle Orientierung «aufdrngen» zu wollen (queer.de berichtete).

In einer Erklrung bezeichnete VelsPol die uerungen als «nicht nur rckwrtsgewandt, sondern offen queerfeindlich und menschenverachtend». Wendt entlarve seine Haltung, «die queere Menschen bewusst ausblendet, herabsetzt und abwertet».

«Ich erklre hiermit meinen Austritt aus der Deutschen Polizeigewerkschaft»

«Herr Wendt spricht nicht fr die Vielfalt in der Polizei und erst recht nicht fr die
vielen queeren Kolleg*innen, die tagtglich ihren Dienst leisten, auch unter erschwerten Bedingungen», erklrte VelsPol-Chefin Diana Gler, die auch Ansprechperson fr lesbische, schwule, bisexuelle, trans und inter Menschen fr die Polizei des Landes Rheinland-Pfalz ist.

Sie zieht persnliche Konsequenzen: «Ich erklre hiermit meinen Austritt aus der Deutschen Polizeigewerkschaft. Solange eine solche Haltung an der Spitze dieser Organisation unwidersprochen bleibt, kann und will ich kein Teil mehr dieser Gewerkschaft sein.» Gler rief andere Gewerkschafter*innen auf, ihr Engagement zu berdenken: «Ich fordere alle Kolleg*innen auf, ber ihren Verbleib in der DPolG nachzudenken insbesondere, wenn sie sich fr Respekt und Vielfalt in unserer Polizei einsetzen.»

Dabei scheint nicht die gesamte Gewerkschaft queere Menschen abzulehnen: Die DPolG Rheinland-Pfalz hatte etwa jngst eine neue Stelle im Landesvorstand als Ansprechperson LSBTIQ* geschaffen, um sich auch fr die Belange queerer Beschftigter einzusetzen.

Gler erklrte jedoch, sie knne es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, «innerhalb einer Gewerkschaft fr queere Anliegen einzustehen, deren bundesweiter Vorsitzender gleichzeitig queere Menschen in dieser Art diffamiert». Als «sehr bedauerlich» bezeichnete sie, dass die Landesverbnde der DPolG bislang keinerlei Stellung zu diesen uerungen bezogen htten. «Wer schweigt, macht sich mitverantwortlich», so Gler.

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Wendt hatte im Magazin «Tichys Einblick» queere Menschen kritisiert, weil diese angeblich «uns ihre sexuelle Orientierung stndig aufdrngen und in unseren Alltag bertragen wollen». Regenbogenfahnen vor Polizeibehrden oder dem Bundestag seien seiner Ansicht nach «kein Zeichen von Toleranz oder Weltoffenheit, sondern Symbole des Kniefalls vor einer Laune des Zeitgeistes durch schwache Fhrungskrfte, die die Neutralitt ihrer Behrden nicht vor den aggressiven Forderungen nach permanenter Sichtbarkeit von Minderheiten zu verteidigen wissen».

Die Deutsche Polizeigewerkschaft ist mit 100.000 Mitgliedern der zweitgrte Berufsverband im Polizeibereich nach der doppelt so groen Gewerkschaft der Polizei (GdP). (dk)